Interview

3 Fragen an ... Sebastian Vorberg

Medizinanwalt, Verbandsmitbegründer und Vorstandssprecher des neu gegründeten Bundesverbandes Internetmedizin

Sebastian Vorberg

Die Medizin hat in den letzten Jahren einschneidende Veränderungen, vor allem durch das Internet erfahren, was nicht nur zu einem Wandel des Arzt-Patienten-Verhältnisses beigetragen hat, sondern auch völlig neue Lösungen und Services hervorgebracht hat. Um diese Entwicklungen sinnvoll voranzutreiben und die unterschiedlichen Player miteinander zu vernetzten, wurde am 13. Dezember 2012 der Bundesverband Internetmedizin gegründet.
Interview mit dem Medizinanwalt, Verbandsmitbegründer und Vorstandssprecher Sebastian Vorberg, des Verbands.

Herr Vorberg, wie kam es zu der Gründung des Vereins?
Eigentlich war das schon längst überfällig. Einerseits, weil die Internetmedizin immer mehr an Bedeutung gewinnt und andererseits, weil wir finden, dass alle Beteiligten besser vernetzt werden müssen. Ein Beispiel: Wenn ich auf Veranstaltungen zum Thema Internet und Medizin war, wurde immer wieder betont, wie wichtig es ist, den Patienten mit einzubeziehen, aber meist war überhaupt kein Patientenvertreter anwesend. Das wollen wir ändern. Wir wollen besonders den Patienten stärker in den Mittelpunkt bringen und ihn aktiv in die Weiterentwicklung der Internetmedizin einbeziehen. Unser Ziel ist, durch Vernetzung, Information und aktive Maßnahmen den Bereich der Internetmedizin zu fördern und das Angebot zu verbessern.

Welche Entwicklung hat die Internetmedizin am meisten befördert?
Ganz klar das Smartphone. Damit ist sowohl der Patient als auch der Mediziner immer online. Medizinische Daten können zu jeder Zeit eingesehen, bearbeitet und weitergegeben werden. Das hat für den Mediziner ein ganz anderes Arbeiten zur Folge. Das Smartphone wird die Internetmedizin weiter revolutionieren.

Wo sehen Sie die größten Hindernisse für die Weiterentwicklung der Internetmedizin?
Ich bin überzeugt, dass weniger der Datenschutz, sondern vielmehr die vorhandenen, oft verkrusteten Strukturen im Gesundheitssystem die größten Hemmnisse darstellen. Bis gute Lösungen in die Regelversorgung gelangen, vergeht viel zu viel Zeit. Hier müssen alle Beteiligten noch besser zusammenarbeiten. Daran wollen wir auch als Bundesverband arbeiten.