Vernetzung

Digitaler Gesundheitsmarkt Report 2016 ist erschienen

30.11.16 · 

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Mit Riesenschritten wird Deutschland digitaler, bilanziert Dr. Alexander Schachinger, Herausgeber des jährlich erscheinenden Digitalen Gesundheitsmarkt Report (DGM-Report). Erstmals konnte das Team um Dr. Schachinger, Geschäftsführer der EPatient RSD GmbH in der seit 2014 erscheinenden Studie auch patientenbezogene Marktpotentiale beschreiben. Krankheitsspezifisch wächst die Kluft zwischen Onliner- versus Offliner-Patienten weiter an. Andererseits wächst die Anzahl an Startups, welche mit ihren App-Lösungen direkt in die Regelversorgung gehen.


Ü40-Onliner haben die unter 40-jährigen inzwischen zahlenmäßig überholt
Waren bisher die unter 40jährigen die zahlenmäßig stärkere Fraktion im Netz, haben die Alten sie
bereits überrundet. 58 Mio. Deutsche sind inzwischen im Netz unterwegs, davon 34,6 Mio. über 40
Jahre. Allein in den letzten drei Jahren sind 4,4 Mio. Onliner im Alter 50+ neu hinzugekommen.


Das Smartphone ist der Zugang der Wahl

Online heißt dabei vor allem mobile Nutzung. Das Smartphone ist inzwischen mit 66% das Device der Wahl, gefolgt von Laptop (57%), Desktop-PC (44%) und dem Tablet (38%). Noch in den Kinderschuhen
steckt die Verbreitung von Wearables: rund 2-3% der Verbraucher nutzen entsprechende  Applikationen. Der mediale Hype hat sich noch nicht in eine entsprechende Nachfrage verwandelt.


Bulimiepatienten bereits zu über 90% online, Osteoporosepatienten digitales Schlusslicht

Die Nutzung von Online-Medien wird langsam Alltag, das kommt dem Thema Digital Health zugute. Erstmals konnte das Team um Dr. Alexander Schachinger das Nutzerpotential und die tatsächliche Ausschöpfung für über 40 Indikationen berechnen. Spitzenreiter der Online-Affinität sind Bulimiepatienten, 91% der rund 100.000 bundesweiten Betroffenen sind bereits online. Schlusslicht in der Online-Affinität sind die Osteoporosepatienten. Nur 7% der knapp 6 Mio. Osteoporosepatienten sind online. Es handelt sind bei dieser Gruppe primär um Frauen über 65 Jahren.


Auch digitale Gesundheit ist das Feld der starken Marken

Eine wachsende Differenzierung erkennt man auch bei den Reichweitenzahlen der über 4000 Webseiten zum Thema Krankheit und Gesundheit. Nur 17 von den 4000 Webseiten haben über 5 Mio.
Besuche/Monat. Die durchschnittliche Webseite zu Gesundheitsthemen hat weniger als 5000
Besuche/Monat. Die Medien- und Privatwirtschaft hat allein 62% Online-Marktanteil im Sektor Krankheits-/Gesundheitswebseiten, Krankenversicherungen 6%, Startups und Kliniken jeweils 5%,
Pharmaunternehmen 2%. Krankenversicherungen und Kliniken gewannen in den vergangenen Monaten leicht an Reichweite.

 

Eine ähnliche Verdichtung ist bei Apps zu beobachten. Die Anzahl der Apps für Bürger und Patienten zum Thema Krankheit & Gesundheit in deutscher Sprache beläuft sich auf circa 1000. Die Meldungen der häufig genannten Zahl von über 100.000 Gesundheits-Apps nehmen den globalen Markt als Grundlage - eine für deutsche Bürger nur in Einzelfällen relevante Angebotsgröße, da nur circa jeder zehnte Bürger auch an einer englischsprachigen App oder Webseite Interesse hat.


Startups erhöhen den Druck und liefern neue digitale Versorgungslösungen

Gesundheits-Startups verfügen über ein hohes Potential für die Regelversorgung. Wenn man sie lässt.
Startups integrieren dabei in ersten Schritten den Arzt oder Apotheker und verbinden die Digital Health
Welt mit der Regelversorgung der Patienten.

 

Die Apps und Angebote werden dabei zunehmend besser. Und sie können das auch über klinische Studien verstärkt nachweisen. ResApp Health, ein internationales Startup mit Sitz in Australien, kann per Reinhusten in das Smartphone zu 98% genau, durch mehrere klinische Studien validiert, COPD diagnostizieren (chronisch obstruktive Lungenerkrankung). Die Software nutzen insbesondere Kliniken und Ärzte, um direkt am Patienten und seinem Mobiltelefon orts- und zeitunabhängig ihre Diagnostik kostensparend zu erweitern.


Fazit
Der Druck neuer Anbieter und Angebote auf den ersten Gesundheitsmarkt wächst weiterhin deutlich.
Dass bei der Mehrheit der Startups und Digital Health Projekte der praktizierende Arzt nicht ausreichend eingebunden ist, stellt dabei nur eine von vielen noch ungelösten Fragen dar. Ärztekammern und Berufsvertretungen haben dieses Thema bisher erfolgreich ausgeklammert. Umgekehrt zeigen Befragungen, dass der Patient vor allem seinen Arzt als digitalen Lotsen haben möchte.

 

Weitere Informationen finden Sie unter: www.dgm-report.de

 

 

Quelle: EPatient RSD


Die etwas andere Befragung: Wie ist Ihr Gemütszustand, nachdem Sie diesen Beitrag gelesen haben?
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Leserkommentare

Daniel, 30-11-16 16:46:
Nicht nur bei Lösungen für die Kommunikation zwischen Medizinern und ggf. Apothekern sowie die intelligente Nutzung von Datenbanken liegt ein enormes Potenzial. Schon ein Level unterhalb bei der Digitalisierung eingefahrener und papierlastiger Prozesse innerhalb der Kliniken ist der Faktor für kostensparende und prozessoptimierende Strategien mittels SW-Lösungen, bei welchen man den Patienten einbinden kann (vgl. Patientenaufklärung, Anamnese, etc.), immens. Nicht nur Prozesse und Kosten werden durch gute SW-Lösungen optimiert - auch Fehlerquellen reduziert oder gar beseitigt. Auf Seiten der Anwender wird man sich zunehmend auf Start-Ups und frischen Wind einstellen müssen/dürfen.

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