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EU-Kommission startet öffentliche Konsultation zu Gesundheit und Pflege im digitalen Binnenmarkt

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24.07.17 · 

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Die Europäische Kommission startet heute eine öffentliche Konsultation zu der Frage, wie Europa die digitale Innovation im Bereich Gesundheit und Pflege zum Nutzen der Bürgerinnen und Bürger sowie der Gesundheitssysteme in Europa fördern sollte. Die Rückmeldungen sollen in eine neue Mitteilung einfließen, die bis Ende 2017 angenommen werden soll, wie kürzlich in der Halbzeitbewertung der Strategie der Kommission für einen digitalen Binnenmarkt angekündigt.

Vizepräsident Andrus Ansip und die Kommissionsmitglieder Vytenis Andriukaitis, Mariya Gabriel und Carlos Moedas begrüßten die Initiative und erklärten: „Wir möchten die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger in Europa verbessern, indem wir das Potenzial der Gesundheits-, Pflege- und Forschungssysteme in Europa durch die Nutzung digitaler Technologien voll ausschöpfen. Diese Konsultation wird uns dabei helfen, Bürgerinnen und Bürgern, Beschäftigten im Gesundheitswesen und Forscherinnen und Forschern eine Verbesserung beim Zugang zu Gesundheitsdaten, bei Prävention, schneller Reaktion auf drohende Pandemien, individuellen Behandlungen und bei der Pflege zu bieten. Wir prüfen neue digitale Initiativen zur Verbesserung der Freizügigkeit von Patienten und Daten, zur Förderung der Modernisierung nationaler Gesundheitssysteme und zur Bündelung lokal vorhandenen Fachwissens und innovativer Ideen aus ganz Europa. Im Zentrum unserer strategischen Bemühungen stehen die Bürgerinnen und Bürger und ihr Wohlergehen.“

Bei der Konsultation sollen Anregungen zu drei großen Themenbereichen zusammengetragen werden: Sicherer Zugang der Bürgerinnen und Bürger zu ihren Gesundheitsdaten mit der Möglichkeit eines grenzüberschreitenden Datenaustauschs, Klärung der Rechte der Bürgerinnen und Bürger sowie Förderung der Interoperabilität der elektronischen Patientenakten in Europa;

1. Verknüpfung und Austausch von Daten und Fachwissen zur Förderung der Forschung, Personalisierung von Behandlung und Pflege sowie bessere Voraussage von Epidemien;

2. Nutzung digitaler Dienste zur Förderung der aufgeklärten Mitwirkung der Bürgerinnen und Bürger sowie der integrierten patientenorientierten Pflege.

3. Bürgerinnen und Bürger, Patientenorganisationen, Beschäftigte aus dem medizinischen und pflegerischen Bereich, Behörden, Forschende, Unternehmen, Investoren, Versicherungen sowie Nutzer digitaler Gesundheitsinstrumente sind aufgerufen, ihre Ansichten via EU Survey bis zum 12. Oktober 2017 zu äußern.

Hintergrund

Demografischer Wandel, zunehmende Prävalenz chronischer Erkrankungen, erneutes Aufflammen/Wiederauftreten von Infektionskrankheiten und die steigenden Kosten der Gesundheitsversorgung stellen die europäische Gesundheitsversorgung vor große Herausforderungen. In der Mitteilung zu wirksamen, zugänglichen und belastbaren Gesundheitssystemen wurde der Schluss gezogen, dass die Fähigkeit der Mitgliedstaaten, auch in Zukunft hochwertige Gesundheitsversorgung für alle Bürgerinnen und Bürger zu gewährleisten, nur gegeben ist, wenn die Gesundheitssysteme belastbarer gestaltet werden und gleichzeitig kosteneffizient und finanziell tragfähig bleiben.

Durch digitale Innovation können kosteneffiziente Instrumente geschaffen werden, die den Übergang von einer krankenhausgestützten Gesundheitsversorgung zu einem patientenorientierten und integrierten Modell fördern, die Gesundheitsförderung, Prävention und Zugänglichkeit der Versorgung verbessern und zur Tragfähigkeit und Belastbarkeit der Gesundheitssysteme beitragen. Die Rechte der Bürgerinnen und Bürger auf Zugang zu ihren Gesundheitsdaten überall in Europa können durch digitale Innovation konkretisiert werden.

Auch die Überwachung und die Früherkennung von Ausbrüchen von Infektionskrankheiten lassen sich so deutlich verbessern, ebenso wie die Diagnose und Behandlung von Patienten. Bei bekannten seltenen Erkrankungen beispielsweise könnte die durchschnittliche IP/17/2085 Diagnosedauer von 5,6 Jahren dank Molekulardiagnose und Fernkonsultation von Spezialisten auf ein Jahr verkürzt werden. Außerdem fördert der digitale Wandel im Bereich Gesundheit und Pflege die informierte Mitwirkung der Bürgerinnen und Bürger, die ihre Gesundheitsversorgung selbst verwalten und leichter mit den Gesundheitsdienstleistern interagieren können.

Die aktuelle Halbzeitbewertung des digitalen Binnenmarkts greift diese Fragen auf. Es wird vorgeschlagen, dass die Kommission sich mit der Notwendigkeit und dem Umfang weiterer Maßnahmen im Bereich der digitalen Gesundheitsversorgung und Pflege im Einklang mit den Rechtsvorschriften über den Schutz personenbezogener Daten, die Rechte von Patienten und die elektronische Identitätsfeststellung befasst.

Die Arbeit der Kommission in diesem Bereich stützt sich auf bereits vorhandene Initiativen zur digitalen Gesundheit, wie den Aktionsplan für elektronische Gesundheitsdienste, die Förderprogramme für Forschung und Entwicklung „Horizont 2020“ und das Programm „Umgebungsunterstütztes Leben“, die Fazilität „ Connecting Europe“, die Europäischen Referenznetze für seltene und komplexe Krankheiten sowie die europäische Innovationspartnerschaft für Aktivität und Gesundheit im Alter.


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