Vernetzung

Gröhe dementiert Spekulationen über mögliches Aus der elektronischen Gesundheitskarte

Quelle: Bundesregierung/Steffen Kugler

07.08.17 · 

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Bundesgesundheitsminister Gröhe persönlich hat heute morgen in einem Interview mit dem Radiosender MDR Aktuell Spekulationen über ein mögliches Aus der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) zurückgewiesen. Laut Medienberichten vom Wochenende solle es Pläne der Bundesregierung geben, das eGK-Projekt nach der Bundestagswahl für gescheitert zu erklären. Hintergrund der Berichterstattung war eine dpa-Meldung, in der sich auch einige Ärzte- und Krankenkassen-Vertreter skeptisch gegeüber dem Gesundheitskarten-Projekt äußerten. Es sei „unsicherer denn je, wann die Gesundheitskarte die in sie gesetzten Erwartungen erfüllt“, erklärte der Vorstandschef der AOK Bayern, Helmut Platzer, gegenüber der Nachrichtenagentur. „Wenn man mit Fachleuten redet, hört man, das sei eine Technik, die eigentlich schon überholt ist“, zitiert die dpa den Vorstandschef der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns, Wolfgang Krombholz.

 

Im Interview mit MDR Aktuell äußerte Gröhe Verständnis für die Unzufriedenheit, wies aber Pläne zum Aus der eGK entschieden zurück: „Ich bin da zuversichtlich, kann die Ungeduld verstehen, aber für Ausstiegsszenarien gibt es überhaupt keinen Anlass“, erklärte Gröhe gegenüber MDR Aktuell.

 

Das Bundesgesundheitsministerium hat zudem die Berichte via Sprecherin zurückgewiesen, diese sagte heute in Berlin, diese Darstellungen "entbehren jeder Grundlage und sie sind falsch". Vielmehr sei Bewegung in die Umsetzung des elektronischen Verkehrs mit Gesundheitsdaten gekommen. Die bisherigen Tests seien erfolgreich verlaufen, so dass im Herbst damit begonnen werden könne, bundesweit die Arztpraxen an das System anzuschließen.

 

Die Sprecherin forderte an die Akteure im Gesundheitswesen zu gemeinsamen Anstrengungen auf, damit die mehr als 70 Millionen gesetzlich Versicherten nach mehr als zehn Jahren Entwicklung endlich über gesicherte IT-Netze kommunizieren könnten. Nachdem die an der Entwicklung des Systems beteiligten Unternehmen unter anderem wegen hoher Datenschutzbestimmungen nicht vorangekommen waren, hatte Gröhe per Gesetz Druck gemacht. Er sprach sich gegen Insellösungen aus, wie sie unter anderem bei Krankenkassen diskutiert werden.

 

Text: Redaktion E-HEALTH-COM


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