Vernetzung

IQWiG soll Portalkonzept erarbeiten

Quelle: IQWIG

27.06.17 · 

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Das Bundesinstitut IQWiG muss oder darf bis März 2018 ein Konzept für ein nationales Gesundheitsportal vorlegen. Es soll zum „zum zentralen Internet-Zugangsangebot zu Fragen zur Gesundheit“ werden.

 

Die Kritik, dass es in Deutschland für medizinische Laien überdurchschnittlich schwierig sei, ungefilterte Informationen zu evidenzbasierten (und nicht evidenzbasierten) Therapien zu bekommen, gibt es schon länger. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), dessen Hauptaufgabe in der Erstellung von Nutzenbewertungen für den Gemeinsamen Bundesausschuss besteht, versucht sich auf dem Portal Gesundheitsinformation.de seit einiger Zeit an der Etablierung einer derartigen Informationsquelle.

 

Das Portal wird aber nicht gut angenommen. Es bietet punktuell sehr umfangreiche Informationen, ist aber selbst in der Ärzteschaft kaum bekannt. Das scheint der Grund zu sein, warum das Bundesministerium für Gesundheit jetzt einen neuen, breiter aufgesetzten Anlauf unternimmt. Es hat das IQWiG beauftragt, bis Ende März 2018 ein Konzept für ein nationales Gesundheitsportal zu erstellen, und zwar „unter Einbeziehung von qualitätsgesicherten Anbietern von Gesundheitsinformationen.“ Acht Wochen nach Abgabe soll das Konzept dann auch veröffentlicht werden.

 

In einem kurzen Hintergrundpapier hat das IQWiG jetzt etwas genauer erläutert, was gemeint ist. Demnach geht es um ein Portal, das – ähnlich wie Gesundheitsinformation.de – ausschließlich qualitätsgesicherte, nicht kommerzielle und werbefreie Informationen enthalten soll. Anders als das jetzige reine IQWiG-Portal soll das neue Portal aber eine gemeinschaftliche Plattform sein, bei der sich an Evidenz orientierte Anbieter von Gesundheitsinformationen „unter Beibehaltung ihrer Eigenständigkeit“ auf gemeinsame Qualitätsstandards verständigen.

 

Klingt erstmal nach viel Abstimmungsarbeit, die das IQWiG auf lange Sicht vermutlich nicht wird alleine leisten können oder wollen.

 

Text: Philipp Grätzel von Grätz, Chefredakteur E-HEALTH-COM


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