Health-IT

Neues KIS stellt Patientenakte in den Mittelpunkt

27.04.17 · 

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Das Unternehmen Philips wird in Deutschland ein neues, auf html5 basierendes Klinikinformationssystem (KIS) einführen. Es wird derzeit in Kooperation mit dem Krankenhaus Düren für die deutschen Bedürfnisse adaptiert.

 

Das neue KIS mit dem Namen Tasy ist eine der wenigen KIS-Neueinführungen in Deutschland in den letzten Jahren. Es komme ursprünglich aus Brasilien und sei dort das marktführende System, sagte Miriam Schnürer, für Deutschland zuständige Business Unit Managerin EMR/KIS bei Philips. Bei der Vorstellung des neuen KIS anlässlich der conhIT 2017 in Berlin berichtete sie, dass insgesamt 850 Kunden derzeit aktiv mit Tasy arbeiten, darunter sechs Einrichtungen, die im EMRAM-Modell für die Digitalisierung von Krankenhäusern die Stufe 6 erreichen.

 

Schnürer bezeichnete Tasy als ein „KIS der nächsten Generation“, das eine andere Grundphilosophie habe als viele andere Systeme. Es sei „von Ärzten für Ärzte“ entwickelt worden und stelle die elektronische Patientenakte in den Mittelpunkt. Administrative und ökonomische Daten würden aus der regulären IT-Begleitung der Behandlungsprozesse abgeleitet. Aufgrund seiner Struktur sei das KIS unter anderem gut geeignet zur Unterstützung von Patient-Empowerment und klinischer Entscheidungsunterstützung. Letzteres geschehe nicht über strikte Behandlungspfade, sondern über protokollgesteuerte, anpassungsfähige Prozesse.

 

„Tasy wurde in Brasilien nicht unter primär administrativen Gesichtspunkten konzipiert, sondern aus den klinischen Prozessen heraus entwickelt“, sagte Gerrit Schick, Business Group Manager Healthcare Informatics Solution Services bei Philips. Das neue KIS füge sich gut ein in den Anspruch des Unternehmens, IT-Lösungen für das ganze Versorgungskontinuum anzubieten, da es aufgrund seiner Architektur unter anderem gut für Kommunikation über Sektoren hinweg geeignet sei.

 

Aktuell erhältlich ist das neue Philips-KIS in Deutschland noch nicht. Die CE-Zertifizierung steht noch aus. Derzeit erfolgt in enger Zusammenarbeit mit dem Krankenhaus Düren als Co-Design-Partner die Lokalisierung für den deutschen Markt. Das Krankenhaus Düren ist ein kommunales 449-Betten-Haus mit rund 20000 stationären und 50000 ambulanten Fällen. Ziel der Partnerschaft sei es, einen großen Schritt in Richtung Krankenhaus 4.0 zu gehen, betonte Geschäftsführer Dr. Gereon Blum. „Wir wollten eine Lösung, die auch in zehn Jahren noch aktuell ist.“

Text: Philipp Grätzel von Grätz, Chefredakteur E-HEALTH-COM


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