Telemedizin

Rhythmuspflaster soll Vorhofflimmern aufspüren

Bild: ©iRHYTHM

13.09.17 · 

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Am Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung startet eine neue Studie zur Diagnose von Vorhofflimmern im häuslichen Umfeld. Zum Einsatz kommt ein EKG-Pflaster, das zwei Wochen getragen wird.

 

EKG-Monitore werden immer leichter und immer wenige invasiv. Eine der neueren Entwicklungen ist das EKG-Pflaster Zio des seit knapp einem Jahr an der NASDAQ notierten US-Unternehmens iRhythm. Dabei handelt es sich um einen Minimonitor, der wie ein Pflaster auf die Haut geklebt wird und dort kontinuierlich ein Ein-Kanal-EKG ableitet.

 

Das Deutsche Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK), eines der vernetzt arbeitenden, BMBF-geförderten Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, will jetzt an seinen Standorten Göttingen, Hamburg und Frankfurt im Rahmen einer SCREEN-AF genannten Studie insgesamt 405 Probanden mit dem Pflaster ausstatten. Es soll sich um mindestens 75 Jahre alte Menschen mit Bluthochdruck, aber ohne bekannte Rhythmusstörung, handeln. Diese Patienten haben ein erhöhtes Risiko für Vorhofflimmern, und wenn sie ein Vorhofflimmern entwickeln, haben sie ein erhöhtes Risiko für Schlaganfälle.

 

So ganz klar ist bisher aber nicht, wie häufig Vorhofflimmerepisoden im Alter sind. Weil das so ist, weiß auch keiner, wie lange ein EKG gemessen werden sollte, um Patienten mit Vorhofflimmern zuverlässig zu erkennen. Insbesondere kurze Episoden, bei denen sich der Herzrhythmus von selbst wieder normalisiert, sind oft schwer zu entdecken. Herkömmliche Messmethoden wie das 24-Stunden-EKG sind vergleichsweise unkomfortabel, weswegen Risikopatienten selten länger als ein bis zwei Tage Stück untersucht werden.

 

Das Pflaster-EKG macht das Vorhofflimmer-Screening jetzt einfacher. Es wird zwei Wochen am Stück getragen und stört kaum im Alltag, nicht einmal unter der Dusche. Die zweiwöchige Prozedur wird im Rahmen der SCREE-AF-Studie bei allen Studienteilnehmern nach einem halben Jahr noch einmal wiederholt, um wirklich niemanden zu übersehen, der Vorhofflimmern entwickelt.

 

Text: Philipp Grätzel von Grätz, Chefredakteur E-HEALTH-COM


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