Forschung

Start für Kooperationsprojekt "Center for Open Innovation in Connected Health"

Auftaktveranstaltung für das gemeinsame „Center for Open Innovation in Connected Health“, Foto: René Kube / Uni Lübeck

08.02.17 · 

Unsere Leser sind nach Lesen des Beitrags zu 0%

Cisco und Universität Lübeck schließen Kooperation: Aufbau einer zukunftsweisenden Entwicklungs- und Dienstleistungsplattform für das Gesundheitswesen

An der Universität zu Lübeck entsteht eine zukunftsweisende Innovations- und Dienstleistungsplattform für neueste Entwicklungen im Gesundheitswesen. Sie wird in einer Kooperation der Universität mit Cisco, dem Weltmarktführer im Bereich der Internettechnologie, entwickelt. Eine entsprechende Kooperationssvereinbarung wurde in San José (Kalifornien) unterzeichnet. Das Auftakttreffen (Kick-Off-Meeting) fand am 31. Januar in der Universität zu Lübeck statt.

Mit dem Aufbau der gemeinsamen Plattform „Center for Open Innovation in Connected Health“ stellen sich die Universität und Cisco den enormen Herausforderungen für das deutsche Gesundheitssystem, die sich aus der veränderten Altersstruktur ergeben und die die medizinischen Kapazitäten Deutschlands in den nächsten zehn Jahren an ihre Grenzen bringen werden.

Die vereinbarte interdisziplinäre Forschungs- und Technologieallianz bietet sich als Basis für alle weiter hinzukommenden Partnerschaften in Wissenschaft und Wirtschaft an und versteht sich als grundsätzlich offenes Kooperationsnetzwerk. Es zielt, ausgehend von einem beim Patienten ansetzenden Verständnis des Gesundheitswesens, auf die Einbeziehung von Kliniken, Praxen, Ärzten, Krankenkassen, der Industrie von Pharmazie und Medizingeräten sowie aller Anbieter von Dienstleistungen im Gesundheitssektor. Cisco unterstützt den Aufbau der Plattform-Infrastruktur und der Projekte in der Startphase mit einer auf die kommenden drei Jahre angelegten Fördersumme. Beteiligt sind auch Einrichtungen des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein auf dem Campus Lübeck.

Prof. Dr. Hendrik Lehnert, der Präsident der Universität zu Lübeck, sagte anlässlich des Projektbeginns: „Der Abschluss einer derartigen Kooperation ist für uns erst mit der 2015 erfolgten Umwandlung zur Stiftungsuniversität möglich geworden. Mit dem Aufbau dieser Innovationsplattform eröffnen wir der Universität neue Entwicklungschancen und Expertise exakt im Kernbereich unserer drei Profilfelder Medizin, Informatik und Biotechnologie. Zugleich stärken und erweitern wir damit unsere Internationalisierung.“

 

„Die Kooperation geht aber weit über die technische Zusammenarbeit hinaus“, erklärt Christian Korff, Vertriebsdirektor Public Sector bei Cisco Deutschland. „Wir wollen auch unsere vielfältigen Digitalisierungserfahrungen einbringen, damit die Menschen möglichst lange gesund und selbstbestimmt leben können.“

 

Forschungsschwerpunkte: „Telemedizin für den ländlichen Raum“ und „Internet der Dinge in Medizin und Pflege“

In einer ersten Stufe der Plattform sind Forschungs- und Entwicklungsschwerpunkte zu den Themen „Telemedizin für den ländlichen Raum – Vernetzung auf weite Distanz“ (JointLab 1) und „Internet der Dinge in Medizin und Pflege - Vernetzung auf nahe Distanz“ (JointLab 2) vorgesehen.

 

Zugehörige, bereits skizzierte Projekte sind „Primärarztpraxis der Zukunft“ (Projekt 1), „Big-Data-Analyse multimorbider Patienten“ (Projekt 2) und „Ambient Care – Ambiente Pflegesysteme“ (Projekt 3). Die Projektleitungen auf Seiten der Universität zu Lübeck liegen bei Prof. Dr. Stefan Fischer (Institut für Telematik), Prof. Dr. Jost Steinhäuser (Institut für Allgemeinmedizin), Prof. Dr. Andreas Schrader (Institut für Telematik), Prof. Dr. Ralf Möller (Institut für Informationssysteme) und Dipl.-Inf. Helge Illig (IT-Service-Center). Beteiligt sind darüber hinaus unter anderem das Institut für Multimediale und Interaktive Systeme der Universität sowie die Sektion für Forschung und Lehre in der Pflege am Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie.

 

„Bei allen drei Projekten, mit denen wir die inhaltlichen Arbeiten im neuen Forschungszentrum starten, geht es um den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien im medizinischen Bereich“, sagt Prof. Dr. Stefan Fischer, Direktor des Instituts für Telematik der Universität zu Lübeck. „Zum einen betrifft dies den täglichen Praxisbetrieb zur Versorgung der Bevölkerung speziell im ländlichen Raum und andererseits die Unterstützung der Pflege für Ältere und Menschen, die ohne Unterstützung nicht mehr allein zu Hause leben können.“

 

„Die wissenschaftliche Evaluation dieser telemedizinischen Ansätze ist gerade für zukünftig möglicherweise unterversorgte Gebiete von größter Bedeutung“, führt Prof. Dr. Jost Steinhäuser, Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin in Lübeck, weiter aus. „So werden in den Projekten Determinanten beispielsweise für eine bedarfsgerechte Implementierung von Telemedizin in die wohnortnahe Versorgung mit erhoben.“

 

Für den Plattform-Schwerpunkt „Internet der Dinge in Medizin und Pflege“ sagt Prof. Dr.-Ing. Andreas Schrader aus dem Institut für Telematik: „Die Vernetzung sogenannter Smarter Objekte im Internet der Dinge eröffnet völlig neue Perspektiven für die Kommunikation und Informationsvermittlung sowie die aktive Steuerung intelligenter Räume im medizinischen und pflegerischen Alltag.“

 

Die Initiative für das Zustandekommen der Kooperation ging vom IT-Service-Center der Universität aus. Sein Leiter, Dipl.-Inf. Helge Illig, ergänzt: „Ein viertes Projekt befasst sich mit dem Aufbau der technischen Plattform für die drei erst genannten Projekte, unter anderem mit Videokonferenzsystemen und E-Collaboration." Mit Cisco besteht eine bereits langjährige zuverlässige Partnerschaft im Bereich der IT-Infrastruktur.


Erfolgreiches Fundraising der Stiftungsuniversität

Für die Universität zu Lübeck, seit 2015 Schleswig-Holsteins erste Stiftungsuniversität, stellt das Projekt ein ausgezeichnetes Beispiel für die überaus produktive Verbindung dar, die unternehmerische Interessen, wissenschaftliche Agenda und Fundraisingaktivitäten eingehen können. Ulf Hansen, Leiter der Stabsstelle Strategische Partnerschaften und Fundraising, sagt: „Es handelt sich um einen Fall von Best Practice,  bei dem sehr pragmatisch das Win-win aller Partner im Fokus stand und steht.  Damit setzt sich die jetzt eingegangene Kooperation sowohl von klassischen Drittmitteln wie auch von Mäzenatentum deutlich ab.“

 

Quelle: Universität Lübeck


Die etwas andere Befragung: Wie ist Ihr Gemütszustand, nachdem Sie diesen Beitrag gelesen haben?
Übermittlung Ihrer Stimme...

Leserkommentare

Keine Kommentare

Kommentar abgeben

Kommentar hinzufügen

* - Pflichtfeld

*




*