MedTech

Studie: Mehrheit der Klinik-Experten sieht in Robotern künftig die besseren Operateure

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23.11.16 · 

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Gut zwei Drittel der Krankenhaus-Führungskräfte gehen davon aus, dass Roboter die Ärzte über kurz oder lang im Operationssaal übertreffen werden. 36 Prozent der Experten erwarten dies bereits innerhalb der nächsten zehn Jahre. Auch in der Pflege geht der Trend zur Automatisierung: Hier rechnet gut jeder dritte Klinik-Manager damit, dass digitale Helfer in Zukunft die überlegenen Pflegekräfte sein werden. Das sind Ergebnisse der bereits zum zweiten Mal durchgeführten Studie „Digitalisierung in der Gesundheitswirtschaft“, für die im Auftrag der Personalberatung Rochus Mummert Healthcare Consulting 380 Führungskräfte an deutschen Kliniken befragt wurden.

 

Heute arbeitet der OP-Roboter in vielen deutschen Krankenhäusern als sprichwörtlich verlängerter Arm des Chirurgen. Er stellt das Gewebe bei Prostata- oder Nieren-Eingriffen dreidimensional dar, und seine Instrumente führen winzige Schnitte genau so aus, wie der Mediziner befiehlt. Morgen kann der Roboter mehr sein als ein digitaler Assistent. So rechnen zwei von drei Klinik-Managern damit, dass Maschinen künftig besser als Menschen operieren können. „Bei urologischen Operationen arbeiten Krankenhäuser seit Jahren mit Robotik. Ihr Vertrauen auf die Möglichkeiten der Technik ist ein positives Signal“, sagt Dr. Hartmut Mueller, Studienleiter und Partner im Stuttgarter Büro von Rochus Mummert Healthcare Consulting. „Diese Offenheit gegenüber ‚Kollege Roboter‘ wird helfen, die Digitalisierung der Gesundheitswirtschaft voranzutreiben.“

 

Die Detailauswertung der Rochus-Mummert-Studie zeigt, wie aufgeschlossen die Klinik-Manager dem Thema gegenüberstehen: 16 Prozent gehen davon aus, dass Roboter bereits innerhalb der nächsten fünf Jahre die fähigeren Operateure sein werden und weitere 20 Prozent prognostizieren dies für die kommenden zehn Jahre. Dennoch gibt es Skeptiker: Ein Drittel der Befragten ist noch davon überzeugt, Maschinen würden niemals besser operieren als Ärzte.

 

Die Digitalisierung wird auch in der Pflege Einzug erhalten, wenngleich die Prognose für diesen Bereich verhaltener ist. Immerhin geht mehr als jede dritte Führungskraft (37 Prozent) davon aus, dass Roboter künftig die besseren Pflegekräfte sein werden. 27 Prozent erwarten dies allerdings erst in mehr als einer Dekade. Krankenhaus-Experte Mueller: „In Deutschland sind Pflegeroboter Zukunftsmusik, der japanische Markt ist in dieser Hinsicht schon weiter. Aber wer hätte vor 15 oder 20 Jahren gedacht, dass OP-Roboter bei uns eines Tages selbstverständlich sein werden?“

 

Ein besonders hohes Potenzial für die Digitalisierung und Automatisierung sehen die befragten Führungskräfte in der Verwaltung und Diagnostik mit 84 beziehungsweise 75 Prozent, gefolgt von der stationären Versorgung (57 Prozent). Und in diesen Bereichen dürften sich ihrer Erwartung nach auch die Arbeitsabläufe in den kommenden fünf bis zehn Jahren am stärksten ändern. „Die Berufsbilder und Prozesse in deutschen Krankenhäusern sind im Wandel begriffen. Unsere Studie zeigt, dass die Gesundheitswirtschaft zunehmend bereit ist, diese digitale Herausforderung anzunehmen“, so Rochus-Mummert-Partner Mueller.

 

Hintergrundinformationen

Für die Rochus-Mummert-Studie „Digitalisierung in der Gesundheitswirtschaft“ wurden im Mai und Juni 2016 mittels einer Online-Umfrage 380 Führungskräfte deutscher Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen befragt. Die Teilnehmer der Studie üben vor allem Positionen in der Geschäftsführung oder andere leitende Funktionen aus. Zu den befragten Krankenhäusern gehören Kliniken in öffentlich-rechtlicher, frei-gemeinnütziger, konfessioneller und privater Trägerschaft.

 

Quelle: Rochus Mummert


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