Health-IT

Vernetzen, aber richtig

03.07.17 · 

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Der Weg zu einem qualitätsorientierten Gesundheitswesen führt über patientenzentrierte Netzwerke. Die Niederlande zeigen, wie sich das mit IHE XDS praktisch umsetzen lässt.

 

Weil das Parlament in den Niederlanden vor einigen Jahren den Aufbau einer staatlichen Telematikinfrastruktur untersagt hat, ist dort der Druck, regionale Versorgungsnetze auf Basis internationaler Standards „bottom-up“ zu entwickeln, hoch. Wie so eine Vernetzung zu einer modernen Gesundheitsversorgung beitragen kann, erläuterte Thilo Mohns, Arzt und CMIO am Maxima Medisch Ziekenhuis in Eindhoven, beim 4. Visus-Symposium in Essen.

 

XDS-Netzwerk als Basis für Value-Based Healthcare

Mohns skizzierte die vor zwei Jahren in Gang gesetzte, primär auf die Radiologie zielende regionale Vernetzung von medizinischen Einrichtungen in der Region Eindhoven mit Hilfe einer auf IHE XDS basierenden Cloud-Infrastruktur. Dabei liegen nicht die Daten, sondern lediglich die Registry-Informationen in der Cloud, sodass Einrichtungen, die mit einem Patienten konfrontiert sind, auf zum Beispiel Voruntersuchungen anderer Einrichtungen zugreifen können, ohne dass zusätzliche Datensilos entstehen.

 

Technisch sei diese Vernetzung erstaunlich wenig anspruchsvoll und gut umsetzbar gewesen, betonte Mohns. Die eigentliche Herausforderung habe in der hoch komplexen Projektorganisation gelegen. Prozessabsprachen zwischen den einzelnen Einrichtungen und auch die Umsetzung des patientenseitigen Zustimmungskonzepts hätten einen erheblichen Teil der Projektzeit verschlungen.

 

Mohns ist überzeugt davon, dass sich die Anstrengungen lohnen. In Zeiten knapper Mittel könne die Medizin gar nicht anders, als sich in Richtung eines stärker qualitätsorientierten Versorgungsansatzes zu bewegen. Und eine der Kernvoraussetzungen für „Value Based Healthcare“ seien eben stabile IT-Netzwerke, die es erlauben, an unterschiedlichen Orten generierte Daten eines Patienten aktuell und vollständig zusammenzuführen. Regionale IHE-XDS-Netzwerke seien dafür ideal geeignet, zumal sie auch die Tür für einen überregionalen Datenaustausch mit anderen XDS-Netzwerken öffneten.

 

Text: Philipp Grätzel von Grätz, Chefredakteur E-HEALTH-COM


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