Health-IT

„Wir brauchen eine aktive deutsche FHIR-Community“

27.04.17 · 

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HL7 Deutschland und der bvitg wollen erreichen, dass die deutschen Gesundheits-IT-Unternehmen Feuer fangen und sich stärker mit dem neuen FHIR-Standard befassen. Das käme auch der Anbindung von Startup-Lösungen zugute.

 

FHIR ist ein von HL7 entwickelter Standard, der die existierenden Standards HL7 V2 und HL7 V3 ergänzt. Er baut auf Webstandards auf und ist deutlich leichter zu implementieren als andere Gesundheits-IT-Standards. Bei einer Podiumsdiskussion im Networking-Programm der conhIT kündigte der HL7-Experte Dr. Frank Oemig an, dass der bvitg in Kürze einen ersten FHIR-Connectathon für Mitgliedsunternehmen durchführen wird, ergänzt um einen weiteren, für alle Unternehmen offenen Connectathon zu einem späteren Zeitpunkt. „Wir brauchen dringend auch in Deutschland eine größere, aktive FHIR-Community“, so Oemig.

 

In Berlin bekam FHIR viel Lob, sowohl von etablierten Healthcare-IT-Unternehmen als auch von neuen Playern. So betonte Dr. Bettina Lieske von SAP, dass insbesondere junge Entwickler auch dann mit FHIR relativ rasch Implementierungen umsetzen könnten, wenn sie vorher nicht in der Gesundheitsbranche gearbeitet hätten. SAP will FHIR vorerst in drei Bereichen nutzen: im Rahmen einer klinischen Studienplattform, bei mobilen Applikationen und bei der Anbindung des neuen klinischen IT-Systems an die Abrechnungssoftware.

 

Für die Startup-Branche begrüßten Stoyan Halkaliev vom NursIT Institute und Thomas Pettinger von Thieme Compliance den neuen Standard. Pettinger lobte nicht nur die gute Zugänglichkeit von FHIR, sondern auch die Einsatzbreite: Bei einer elektronischen Patientenaufklärung etwa gehe es nicht nur um den mit HL7 gut umsetzbaren Austausch von Dokumenten, sondern zunehmend auch um die Arbeit mit den erfassten Daten. Hier habe FHIR klare Vorteile.

 

Das sieht auch Andreas Hempel von den Helios-Kliniken so, die sich viel mit FHIR auseinandersetzen: „Die Komplexität im Backend können und wollen wir nicht abschaffen. Aber wir wollen kooperierenden Startups digitale Informationen zur Verfügung stellen, und dafür brauchen wir eine einfache Schnittstelle für die Programmierung.“

Text: Philipp Grätzel von Grätz, Chefredakteur E-HEALTH-COM


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