Veranstaltungsberichte

eHealth-Kongress 2016
4. Oktober 2016

Digitale Medizinische Zukunft in Hessen hat begonnen

Dr. Katja Leikert MdB, Berichterstatterin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für Telematik, und Ingmar Jung, Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, mit einer Telemedizinpräsenzplattform für die Intensivstation.

Es geht voran beim Thema Telemedizin. Der eHealth-Kongress 2016 am 4. Oktober in der IHK Frankfurt zeigte, dass die Entwicklungen in diesem Jahr schon ein ganzes Stück weiter sind als beim vergangenen Kongress vor einem Jahr. Das E-Health-Gesetz und die Strategie Digitales Hessen sind inzwischen in Kraft getreten. Ab 1. Oktober 2016 hat jeder Patient Anspruch auf einen Medikationsplan. Fortschritte gibt es auch beim E-Arztbrief. Doch Potential nach oben ist weiterhin da.
 
150 Fachbesucher diskutierten über neueste Innovationen, Fortschritte und Verbesserungsmöglichkeiten mit den Experten und rund 30 Fachausstellern. „Mit den drei medizinführenden Universitäten in Gießen, Marburg und in Frankfurt in Kooperation mit den jeweiligen Universitätskliniken bietet das Land Hessen eine hervorragende Grundlage dafür, dass junge Menschen zu hervorragenden Ärzten ausgebildet werden und die medizinische Forschung vorangetrieben werden kann. Der eHealth-Kongress hilft in beispielhafter Weise, die Kommunikation mit anderen Akteuren im Gesundheitswesen zu befördern“, erklärte Ingmar Jung, Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst. Florian Gerster, Staatsminister a.D. und Vorsitzender der Initiative gesundheitswirtschaft rhein-main e.v., ergänzte: „Im vergangenen Jahr hat sich in Hessen sehr viel getan. Die Telemedizin nimmt hier deutlich an Fahrt auf.“
 
E-Health-Gesetz wird umgesetzt
"Mit dem E-Health-Gesetz haben wir ein gutes Gesetz verabschiedet und die richtigen Maßnahmen auf den Weg gebracht, um die digitale Vernetzung unseres Gesundheitswesens zu fördern“, betonte Dr. Katja Leikert MdB, Berichterstatterin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für Telematik. Insbesondere die Verankerung von Fristen und Sanktionen im Gesetz hätten sich bewährt und dazu geführt, dass nun alle Beteiligten intensiv an der Umsetzung arbeiteten und konkrete Fortschritte beobachtet werden könnten. „Gleichzeitig sehen wir, dass die Digitalisierung des Gesundheitswesens von vielen Seiten positiv aufgenommen wird und dynamisch vorangeht. Deshalb besteht unsere Aufgabe nun darin, eine nationale eHealth-Strategie auf den Weg zu bringen, mit der wir den digitalen Wandel weiter gestalten und ihm einen vernünftigen Rahmen geben“, so die Bundestagsabgeordnete. Die deutsche eHealth-Strategie zeichne sich vor allem durch ein Höchstmaß an Datenschutz und –sicherheit aus. „Das wird das zentrale Qualitätsmerkmal sein.“
 
Auf Basis des E-Health-Gesetzes wurden unter anderem Einigungen bei den Vergütungen des E-Arztbriefes und des Medikationsplans erreicht. Auch vom im vergangenen Jahr verabschiedeten Versorgungsstärkungsgesetz mit dem Innovationsfonds werden einige eHealth-Projekte profitieren. Mit dem Projekt „Integrierte telemedizinisch unterstützte Patientenversorgung Hessen“ (ITEPH) hat sich ein Konsortium zahlreicher hessischer Partner am Innovationsfonds beteiligt. „Mit Spannung erwarten wir den Förderbescheid des Innovationsausschußes im Oktober“, so Dr. Lutz Reum (Initiator von ITEPH), „um diese innovative Versorgungsform für die Regelversorgung in Hessen angehen zu können.“
 
Zudem kann die im März 2016 von der Hessischen Landesregierung beschlossene ‚Digitalstrategie Hessen‘ zu einer besseren, wohnortnahen Versorgung beitragen. Sie soll das Bundesland als führendes Innovationszentrum der Gesundheitswirtschaft positionieren. Inzwischen wird vielerorts bereits an der Verbesserung der Infrastruktur durch den Breitbandausbau gearbeitet, um die telemedizinische Versorgung auch auf dem Land zu verbessern.
 
Neue Technologien – längst keine Zukunftsvisionen mehr
Wie die sektorenübergreifende Versorgung und die Behandlung von Patienten bereits heute und künftig durch Telemedizin erleichtert werden kann zeigten rund 30 Fachaussteller: Digitale Arztpraxis, Neue Sensoren für die Blutzuckermessung bei Diabetes; Telenurses, die Vitaldaten überwachen und im Bedarfsfall umgehend Ärzte einschalten, oder eine autonome und selbstfahrende Telepräsenzplattform für Intensivstationen sind dabei nur ein kleiner Teil, der heute bereits im Einsatz befindlichen Hilfsmittel. Und wie die Telemedizin im Notfall hilft, wenn ein Arzt keine Möglichkeit hat, den Patienten schnell zu erreichen, zeigte eine Live-Schaltung in den Offshore Windpark „Global-Tech 1“.
 
Um das Thema Telemedizin in Hessen und Rhein-Main noch stärker als bisher voranzubringen haben für den eHealth-Kongress 2016 erstmals zwei starke Organisationen ihre Kompetenzen gebündelt: Die Initiative gesundheitswirtschaft rhein-main e.v. und IHK Hessen innovativ. „Die digitale Transformation ist für Unternehmen eine große Herausforderung, bietet aber auch viele Potentiale. Besonders großes Potential sehe ich für die in Hessen starke Medizintechnik-Branche. Mit IHK Hessen innovativ wollen wir die Unternehmen dabei unterstützen - mit individuellen Beratungen und Plattformen wie dem eHealth-Kongress", so Dr. Thomas Niemann, stellvertretender Leiter der IHK Hessen innovativ.
 
Hessen holt bei der Vernetzung der Akteure im Gesundheitswesen auf. Darüber waren sich die Anwesenden einig. Insbesondere das im Dezember 2015 verabschiedete E-Health-Gesetz hat den Ball ins Rollen gebracht. Der fachliche Austausch auf dem Kongress zeigte deutlich, wie sich neue Geschäftsfelder im Zukunftsfeld Gesundheit erschließen lassen, und dass auch in Hessen die digitale medizinische Zukunft begonnen hat.

 

Quelle: www.gesundheitswirtschaft-rhein-main.de