Veranstaltungsberichte

Global GS1 Healthcare Conference
28. – 29. September 2017

Miguel Lopera, President and CEO, GS1 Global Office, begrüßt die rund 400 Teilnehmer der Global GS1 Healthcare Conference.

Patientensicherheit 4.0 – Wie Barcodes Patienten schützen und das Gesundheitswesen entlasten

 

Über 400 internationale Healthcare-Experten machten auf der Global GS1 Healthcare Conference eines deutlich: Digitale Lösungen schaffen mehr Medikationssicherheit, schützen vor gefälschten Arzneimitteln und zahlen auf regulatorische Vorgaben, etwa die Medizinprodukteverordnung, ein.

 

Rund 100.000 zugelassene Medikamente gibt es in Deutschland, aber keine Leitlinie für die Versorgung der Patienten mit Einzeldosierungen. Fazit: Jedes Krankenhaus definiert selber, wie es sicherstellt, dass jeder Patient, das richtige Medikament in der richtigen Dosierung zur richtigen Zeit am richtigen Ort bekommt. Um hier sicher zu gehen, führten die Medius Kliniken 2016 die barcodegestützte Medikation ein. Auf der Global GS1 Healthcare Conference präsentierte Gertrud Tuerk-Ihli von der Medius Klinik Nürtingen diese Lösung den über 400 Teilnehmern aus mehr als 40 Ländern. Sie waren vom 4. bis zum 6. April in Berlin zusammengekommen, um die Digitalisierung auf Basis von GS1 Standards, wie dem Barcode, voranzutreiben und so die Patientensicherheit zu erhöhen.

 

Auf der Konferenz diskutierten die Fachleute, wie sie die digitalen Technologien umsetzen und wo die Hemmnisse, aber auch die Potenziale liegen. So erzielten die Medius Kliniken durch das Barcode-Scanning mehr Transparenz bei der Medikation und eine höhere Geschwindigkeit bei der eindeutigen Zuordnung der Arzneimittel zum Patienten.


Ob sichere Arzneimittel oder lückenlose Produktherkunft: Ohne saubere Daten geht es nicht

Neben sicheren und effizienten Prozessen im Krankenhaus sind die Fälschungssicherheit von Arzneimitteln und die Rückverfolgbarkeit von Medizinprodukten von hoher Bedeutung für die Patientensicherheit. Deshalb setzte die Gesetzgebung hier Leitplanken, unter anderem mit Verordnungen für die europäische Union zur eindeutigen Identifikation von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln und von Medizinprodukten. Die Konferenz zeigte, dass viele Länder und Unternehmen dazu die global gültigen GS1 Identifikationsnummern und Barcodes anwenden. Beispiele geben Ägypten, Pakistan und die USA: Dort sind unter anderem die Serialisierung von Arzneimitteln per GS1 Standards in Vorbereitung, der Aufbau von Datenbanken für die Rückverfolgbarkeit geplant oder die Zuordnung von Einzelpackungen zum Transportkarton in Arbeit. So lässt sich zum Beispiel bestimmen, welche individuelle Arzneimittelpackung sich gerade an welcher Station auf dem Transportweg befindet.

 

Die Konferenz bestätigte ebenso, dass internationale Lösungen gefragt sind, um auf Basis verlässlicher Daten die Produkttransparenz vom Hersteller bis zum Patienten zu gewährleisten. Durch die Kombination eindeutiger Produktidentifikation und das Bereitstellen rückverfolgbarkeitsrelevanter Informationen über das weltweite Datenpoolnetz GDSN (Global Data Synchronisation Network) in zentralen Datenbanken, kann über Kontinente hinweg die Herkunft von Pharmazeutik und Medizinprodukten lückenlos bestimmt werden. Einigkeit herrschte unter den Teilnehmern auch beim Thema Datenqualität: Denn nur, wenn beim Barcode-Scanning auf die richtigen, aktuellen und vollständigen Produktinformationen zugegriffen wird, können Prozesse sicher gesteuert und Patienten in hoher Qualität versorgt werden.

 

Der Austausch geht weiter: International wie national

Nach der Konferenz ist vor der Konferenz: Im Oktober 2017 setzen die Experten die Diskussion und den Austausch um mehr Effizienz und Sicherheit im Gesundheitswesen auf der Global GS1 Healthcare Konferenz in Chicago fort. Was die internationale Konferenz für den globalen Markt ist, ist die „Healthcare live!“ von GS1 Germany für das deutsche Gesundheitswesen: Der Kongress ist am 5. und 6. September 2017 zu Gast beim Universitätsklinikum Carl Gustav Carus in Dresden.

 

Quelle: GS1 Healthcare