Veranstaltungsberichte

SALUT! DaSein gestalten
17. – 18. Mai 2017

„Der Kongress hat sich bewährt“ - Veranstalter ziehen positive Bilanz nach zweitägigem Expertentreffen in Saarbrücken

 

„Wenn zum dritten Mal so viele Spitzenreferenten aus allen Bereichen der Gesundheitsbranche zu uns kommen und wieder mehr als 700 Teilnehmer da sind, die mit ihnen über neue Herausforderungen im Bereich Gesundheit und Pflege diskutieren, gemeinsam nach Lösungen suchen und Zukunftsmodelle vorstellen, dann kann man nur eines sagen: Der Kongress ist in der bundesweiten Szene etabliert!“ Diese Bilanz zog Armin Lang, Experte für Gesundheits- und Sozialwesen, am Donnerstag unter den zweitägigen Fachkongress „SALUT! DaSein gestalten“, zu dem er gemeinsam mit der Berliner Agentur WOK in die Saarbrücker Kongresshalle eingeladen hatte.


Anders als in den beiden Jahren zuvor nahmen dieses Mal auch sehr viele junge Gäste und Studenten an diesem Fachkongress teil, um sich über aktuelle Themen und auch über Ausbildung und Zukunftschancen in der Gesundheitsbranche zu informieren. „Es hat uns besonders gefreut, dass sich die jungen Leute schon frühzeitig für die Entwicklungsperspektiven in der Wachstumsbranche interessieren“, so WOK-Geschäftsführer Klaus Schultze.


Auf ein großes Interesse stießen an den beiden Tagen die Seminare und Diskussionen rund um die Themen Pflege und Betriebliches Gesundheitsmanagement. „Das waren die best besuchten Veranstaltungen“, berichtete Lang.


Neue Herausforderungen durch Terroranschläge - „Task Force“ geplant

Doch auch das Thema „Die medizinische Versorgung bei Terroranschlägen und Großkatastrophen – mit einem Blick über die Grenze“ stieß am Donnerstag auf rege Resonanz. Dabei diskutierten Vertreter der Bundeswehr, des saarländischen Innenministeriums, der Region Grand Est, des DRK und des Universitätsklinikums des Saarlandes, welche neue Herausforderungen es hierbei für regionale Entscheider gibt.

 

Auch Ärzte und Rettungskräfte stehen – anders als bei großen Verkehrsunfällen - bei Attentaten vor einer besonderen Situation: Denn Maschinenpistolen, Sprengsätze und Nagelbomben verursachen andere Verletzungsmuster und erfordern dementsprechend auch ein anderes Eingreifen. «Was fehlt uns am nötigsten? Übungen, Übungen, Übungen. Die brauchen wir. Nur die bringen auch wirklich den verbesserten Kenntnisstand“, sagte Prof. Dr. Tim Pohlemann, Leiter des Traumanetzwerkes Saar-Lor-Lux-Westpfalz und Direktor der Klinik für Unfall-, Hand- und Widerherstellungschirurgie am Uniklinikum des Saarlandes in Homburg.

 

Staatssekretär Christian Seel kündigte nicht nur an, dass das Innenministerium das Traumanetzwerk gerne unterstützen werde, sondern gab auch bekannt, dass man über die Bildung einer "Task Force" nachdenke, um nach Terroranschlägen besser auf die medizinische Versorgung der Opfer vorbereitet zu sein. Dabei soll es sich um eine neue Form der Zusammenarbeit zwischen Sicherheitsbehörden, Traumanetzwerk und Bundeswehr handeln, die in Deutschland bislang einzigartig sei. Ein erstes Vorbereitungstreffen soll im Juni stattfinden. „Wenn wir dadurch Modell für andere Regionen in Deutschland werden, ist es gut“, so Seel. „Wenn wir dadurch jedoch den Schutz der Bevölkerung in unserer Region nachhaltig erhöhen können, dann ist es noch besser."


Mehr Zusammenarbeit ist nötig

Neue Aspekte zu einem „alten“ Thema beleuchtete am Nachmittag schließlich das Kongressfinale mit dem Titel „Von der Überwindung der Sektoren zur Angleichung der Strukturen“. „Darüber, wie es gelingt, die Grenzen zwischen niedergelassenen Ärzten, Krankenhäusern, Reha und Pflege aufzuheben, wird schon seit Jahrzehnten diskutiert“, sagte Armin Lang. „Uns geht es darum, konkrete Impulse für die nächste Legislaturperiode zu geben!“

 

Quelle: www.salut-gesundheit.de

Die hält auch Dr. Matthias Gruhl, Leiter der Gesundheitsbehörde in Hamburg und Mitautor der Studie „Patient first! “der Friedrich-Ebert-Stiftung für erforderlich: „Eine funktionierende sektorübergreifende Versorgung ist der Schlüssel zu höherer Qualität und Effizienz des Gesundheitswesens“, sagte er. „Die Verbesserungspotenziale durch eine stärkere teamorientierte Zusammenarbeit sind enorm - insbesondere für die Patienten.“ Zu den Empfehlungen des Experten zählen unter anderem eine einheitliche Telematik-Infrastruktur und Patientenakte, eine einheitliche Planung bei der hausärztlichen Grundversorgung und regionalen Pflegeplanung, eine gleiche Vergütung für gleiche Leistung (unabhängig vom Ort der Leistungserbringung), interdisziplinäre Ausbildungsmodule für alle Heilberufe und eine adäquate Vergütung zur Stärkung von Telemedizin und E-Health-Anwendungen.

 

Bis die Hürden in den Köpfen und Strukturen überwunden sind und eine bessere Versorgung bei den betroffenen Menschen angekommen ist, wird es jedoch noch einige Zeit dauern, waren sich die Experten von Kliniken, Pharmaverband, Kassenärztlicher Bundesvereinigung und Krankenkassen einig. Unabhängig davon stand für Armin Lang nach den zwei Tagen „SALUT! DaSein gestalten“ eines jedoch schon fest: „Unser Kongress hat sich bewährt“, bilanzierte er. „Es geht weiter!“ Das heißt: In der ersten Mai-Woche 2018 geht der Gesundheitskongress in die vierte Runde.


Erstmals Publikumsmesse nach dem Fachkongress Zuvor jedoch schließt sich – zum ersten Mal – auch eine Publikumsmesse an das zweitägige Expertentreffen an: Dazu sind alle Bürgerinnen und Bürger am Samstag, 20. Mai, von 9 bis 18 Uhr und am Sonntag, 21. Mai, von 9 bis 17 Uhr in und an der Congresshalle willkommen. Auf sie warten dann bei „SALUT!plus“ Informationen, Seminare und Mitmachangebote von rund 60 Ausstellern.