Vernetzung

AOK-Netzwerk nimmt Formen an

Bild: © AOK

15.11.18 · 

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Die AOKen haben die Partner bei der technischen Plattform für die bundesweite Integration ihres digitalen Gesundheitsnetzwerks benannt – ein wichtiger Zwischenschritt in der Bottom-up-Strategie für die AOK-Patientenakten.

 

Der Zuschlag ging an das Industriekonsortium x-tention und Partners mit dem österreichischen Unternehmen x-tention Informationstechnologie GmbH, der soffico GmbH und InterComponentWare AG (ICW). Die gemeinsame Lösung Orchestra eHealth Suite bündelt die Orchestra Healthcare Edition von soffico mit der eHealth Suite von ICW. Das Unternehmen x-tention stellt Dienstleistungen rund um die gemeinsame IT-Lösung zur Verfügung, unter anderem betreibt es den zentralen Helpdesk.

 

Breite Erfahrung in Österreich und der Schweiz

„Bei der Lösung handelt es sich um eine IHE-Plattform mit einem Clinical Data Repository. Sie bildet in einem ersten Schritt Funktionalitäten aus 25 für die systemübergreifende Kommunikation relevante IHE-Profile ab und dient der Verknüpfung der regionalen Vernetzungsprojekte der AOKen“, so x-tention Geschäftsführer Bernhard Kronsteiner im Gespräch mit E-HEALTH-COM.

 

x-tention ist unter anderem in Österreich und der Schweiz am Aufbau der dortigen IHE-basierten elektronischen Aktenlandschaften beteiligt. „In Deutschland haben wir als Anbieter eines kompletten Service-Bus für die In-house-Kommunikation gemeinsam mit den Software-Lösungen unserer Partner einen großen Kundenstamm im stationären Sektor“, so Kronsteiner. x-tention und Partners sind auch in Deutschland als EFA-Provider im Bereich elektronischer FallAkten aktiv, außerdem bei dem regionalen Vernetzungsprojekt von AOK, MEDI und Hausärztlicher Vertragsgemeinschaft (HÄVG), das sich derzeit in Baden-Württemberg in den Startlöchern befindet.

 

Anders als andere Krankenkassen setzt die AOK beim Thema elektronische Patientenakten weiterhin auf einen dezentralen Plattformansatz in enger regionaler Kooperation mit Leistungserbringern. „Die jetzt vergebene Software – sogenannte IHE-Profile – ist für uns die Basis, auf der IT-Entwickler zentrale Komponenten und Fachanwendungen für das Digitale Gesundheitsnetzwerk der AOKen entwickeln“, erläuterte AOK-Experte Michael Noll gegenüber E-HEALTH-COM. Noll leitet bei der AOK Baden-Württemberg das interne Digitalisierungsprogramm und ist AOK-weit zuständig für das Digitale Gesundheitsnetzwerk.

 

Tatsächlich läuft dieser Prozess bereits: Die Ausschreibung der zentralen Komponenten und eines Versichertenportals für das Digitale Gesundheitsnetzwerk wurden bereits europaweit veröffentlicht. Die Zuschläge sollen Anfang des kommenden Jahres erteilt werden. „Wir gehen davon aus, dass wir damit keine separate elektronische Patientenakte nach §291a SGB V mehr ausschreiben müssen“, so Noll. Definitiv klären wird sich das freilich erst lassen, wenn die Spezifikation der gematik Ende des Jahres vorliegt. Mittlerweile liegt eine über 1000 Seiten umfassende, vorläufige Version dieser Spezifikation vor.

 

Regionale Projekte sollen anschlussfähig und skalierbar werden

Noll betonte, dass es nicht darum gehe, alle regionalen AOK-Projekte in eine einheitliche IT-Lösung zu zwingen. „Was wir hier aufbauen, ist eine Integrationsplattform auf Basis von internationalen Standards für die regionalen Gesundheitsnetze. Die regionalen Projekte laufen zunächst weiter und werden über die technische Plattform zusammengeschaltet. Diese Integrierbarkeit ist aus unserer Sicht auch einer der entscheidenden Vorteile, den die Herangehensweise der AOK gegenüber den zentral angelegten Lösungen hat“, so Noll.

 

Prominentestes Beispiel für ein solches regionales Projekt ist das Vernetzungsprojekt der AOK Nordost, an dem unter anderem das Ärztenetz HaffNet, die Ameos Kliniken sowie die Vivantes- und Sana-Kliniken beteiligt sind. Hier sind Cisco, Tiani und Parsek die Industriepartner. „Die Nutzung einheitlicher technischer Standards erlaubt es uns, gut laufende regionale Projekte weiter auszubauen und dabei anschlussfähig sowie skalierbar zu halten“, so Noll.

 


Text: Philipp Grätzel von Grätz, Chefredakteur E-HEALTH-COM



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