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Vernetzung von Experten aus Medizin und Pflege: Bessere Versorgung im ländlichen Raum durch Telemedizin

Im ländlichen Raum können Krankenhäuser von der Einführung innovativer Telemedizinanwendungen zur überregionalen Zusammenarbeit profitieren – insbesondere bei der Diagnostik und Therapie von hochkomplexen Erkrankungen: Wie das funktioniert, zeigt die Teleintensivmedizinplattform Baden-Württemberg. Hier können die Experten aus Medizin und Pflege standortübergreifend und in Echtzeit medizinische Informationen austauschen. Im Rahmen von Televisiten, Telekonsilien und Fallbesprechungen kann damit Diagnostik und Therapie der intensivmedizinischen Maximalversorgung für die Patienten heimatnah auch zukünftig sichergestellt werden.

Thomas Strobel, stellvertretender Ministerpräsident und Minister für Inneres, Digitalisierung und Migration in Baden-Württemberg und PD Dr. Helene Häberle bei der Durchführung eines Telekonsils mit den Experten aus Medizin und Pflege des Zollernalbklinikums (Bildquelle: © Bildquelle der Zukunft_Gesundheit_Digital Tuttlingen-Bilder: Lichtgut/Leif Piechowksi)

Die Intensivmedizin in Deutschland verzeichnet eine kontinuierliche Weiterentwicklung in der Diagnostik und Therapie hochkomplexer Erkrankungen. Bisher mussten Patienten aus ländlichen Regionen mit Bedarf einer intensivmedizinischen Komplextherapie häufig weite Wege ins nächste Krankenhaus der Maximalversorgung oder gar ein Universitätsklinikum in Kauf nehmen. Mit Hilfe moderner Telemedizin können medizinische Informationen in Echtzeit ausgetauscht werden und die Behandler standortübergreifend via Videokommunikation im Rahmen von Visiten, Konsilen und speziellen Fallbesprechungen zusammenarbeiten.

 

Wie das im Klinikalltag funktioniert, demonstrierten die Projektinitiatoren der „Teleintensivmedizin-Plattform Baden-Württemberg“ live bei der Veranstaltung „Zukunft_Gesundheit_Digital“ der Landesregierung Baden-Württemberg am 19. Juli in Tuttlingen. „Aktuelle Studien zeigen, dass sich die Zusammenarbeit von Experten aus Medizin und Pflege auch im Bereich der Intensivmedizin sehr positiv auf das Outcome der Behandlung auswirkt,“ erläuterte Dr. Dr. Martin Holderried, Leiter der medizinischen Strategieentwicklung am Universitätsklinikum Tübingen den Teilnehmern, zu denen auch Thomas Strobel, stellvertretender Ministerpräsident und Minister für Inneres, Digitalisierung und Migration Baden-Württembergs zählte.

 

PD Dr. Helene Häberle, Oberärztin für Anästhesiologie und Intensivmedizin, veranschaulichte das vom Land Baden-Württemberg geförderte Projekt mit einer Live-Schaltung in das Zollernalb Klinikum und demonstrierte zusammen mit dem dortigen Arzt und einer Pflegekraft der Intensivstation den rund 500 Teilnehmern der Veranstaltung die Durchführung eines Telekonsils.

 

Abruf der Patientendaten über M-PDMS

Aktuell sind über die Teleintensivmedizin-Plattform das Universitätsklinikum Tübingen und das Zollernalb Klinikum miteinander vernetzt. Die Meierhofer Medizintechnik GmbH stellt als Technologiepartner das Dokumentationssystem M-PDMS für die Intensivmedizin bereit. M-PDMS ist webbasiert und lässt sich dank der mobilen Benutzeroberfläche auch auf Tablets bedienen und für Telekonsile einsetzen. M-PDMS unterstützt ein durchgängiges Rechte- und Rollenkonzept. Jeder Konsiliararzt kann nur auf die für den jeweiligen Behandlungsfall relevanten Patientendaten zugreifen und sieht nur das, was er sehen soll.

 

Standortübergreifende Vernetzung

Zusätzlich zum standardisierten digitalen Austausch medizinisch relevanter Informationen über M-PDMS können über die Plattform standortübergreifend Telekonsile, Televisiten und Fallbesprechungen in Echtzeit via Videokonferenz und Chat-Funktionen stattfinden. Behandelnde Ärzte und Pfleger der stationären Intensivmedizin im Universitätsklinikum Tübingen haben die Möglichkeit, sich auf diese Weise mit dem Zollernalb Klinikum auszutauschen und zu vernetzen. Sollen weitere Experten wie Apotheker hinzugezogen werden, müssen diese nicht mehr zwingend beim Patienten vor Ort sein, sondern können sich Remote über ein Telekonsil hinzuschalten, um an der Diagnostik, Therapieplanung und Therapiedurchführung mitwirken zu können.

 

Weiterer Standort geplant

„Mit Hilfe digitaler Lösungen wie der Teleintensivmedizin-Plattform TIP-BW in Zusammenarbeit mit dem M-PDMS kann langfristig eine wohnortnahe, intensivmedizinische Versorgung in hoher Qualität für strukturschwache Regionen sichergestellt werden“, erklärt Mirjam Stamm, Bereichsleiterin Produktentwicklung der Meierhofer Medizintechnik GmbH.

 

„Mit unserer Teleintensivmedizin-Plattform setzen wir Maßstäbe für die heimatnahe Patientenversorgung auf universitärem Spitzenniveau,“ betont Dr. Dr. Martin Holderried.

 

Im November 2019 soll der nächste Standort in die Plattform integriert werden, um „gemeinsam mit Experten der Intensivmedizin die Versorgungssicherheit dauerhaft und flächendeckend weiterzuentwickeln“, so Holderried.