Medikationsplan – welche Auswirkungen hat er auf die Verantwortung des Arztes für die Verordnung?

Prof. Dr. Dr. Christian Dierks

Der mit dem E-Health-Gesetz eingeführte Medikationsplan steht Patienten zu, die mindestens drei verordnete Arzneimittel gleichzeitig anwenden. Der Medikationsplan steht seit dem 1. Oktober freilich nur auf dem Papier und gehört daher gar nicht in diese Zeitschrift. Später erst soll er elektronisch werden. Unabhängig von der Form ist er aber nur die Abbildung ­dessen, was der erstellende Arzt weiß und womit der Patient bezüglich der Dokumentation einverstanden ist.

 

Es gibt keine Garantie für die Vollständigkeit und Richtigkeit seines Inhaltes. Es ist wie mit dem Notfallausweis und der Blutgruppe: Alle Welt redet davon, dass es unheimlich praktisch sei, auf dem Ausweis die Blutgruppe stehen zu haben. Aus Gründen der ärztlichen Sorgfaltspflicht und weil es gesetzlich vorgeschrieben ist, steht die Kreuzprobe aber stets vor einer Transfusion. Genauso muss sich der verordnende Arzt im direkten Kontakt mit dem Patienten über die tatsächliche Medikation vergewissern, bevor er eine Verordnung ausstellt, um Kontraindikationen und Überdosierungen zu vermeiden.

 

Trotzdem ist der Medikationsplan sinnvoll, da er zur Arzneimitteltherapiesicherheit beitragen wird. Und wenn er ­später elektronisch wird und nicht mehr ­ausgedruckt werden muss, freuen sich auch die Bäume.