Veranstaltungsberichte

InfoSocietyDays 2011/Swiss eHealth Forum
10.-11.02.2011

Die Bedeutung von eHealth angesichts der anstehenden Veränderungen im Schweizer Gesundheitswesen ist gross.

Dieser Meinung sind eine Mehrheit der eHealth-Verantwortlichen in den Kantonen und in den Spitälern aber auch eine Mehrheit der Ärzteschaft. Dies zeigen die Befunde des 2. Swiss eHealth Barometers. Die Ergebnisse wurden am 10. März im Rahmen der InfoSocietyDays 2011 erstmals präsentiert.

 

Der Swiss eHealth Barometer liefert jährlich einen aktuellen Befund zum Stand und zur Entwicklung von eHealth in der Schweiz. Im Auftrag der InfoSocietyDays wurden im Zuge einer Online-Befragung im Januar/Februar 2011 durch das Forschungsinstitut gfs.bern 687 repräsentativ ausgewählte Ärztinnen und Ärzte, 21 eHealth-Verant­wortliche auf Ebene der Kantone und 68 eHealth-Verantwortliche von Spitälern, welche insgesamt 131 einzelne Spitäler repräsentieren, befragt.

 

Die Studie ist breit abgestützt. Sie steht unter dem Patronat der FMH, dem Koordinationsorgan eHealth Bund-Kantone, den Gesundheitsdepartementen der Kantone Luzern und St. Gallen und der IG-eHealth. Weiter mitgetragen wurde die Studie durch die Co-Studienpartner Bluecare, HIN und Swisscom.

 

Eidgenössische Politik gefordert

Das Potenzial von eHealth wird von der Ärzteschaft, den Spitälern und den Kantonen als mittel bis hoch betrachtet. Ein Beitrag zur Verbesserung der Qualität und Effizienz im Schweizer Gesundheitswesen wird allgemein erwartet, bleibt aber vielerorts noch aus. Neben den Finanzen fehlt es offensichtlich an den Vorgaben auf gesetzlicher Ebene. Höchstens ein Drittel der jeweiligen Gruppen beurteilt diese als ausreichend oder eher ausreichend. Als treibende Kräfte in der politischen Arena werden vor allem die Gesundheitsdirektoren der Kantone gesehen. Annähernd jeder vierte Kanton empfindet dagegen die eidgenössische Politik eher als Bremserin der eHealth Entwicklung. Dies unterstreicht den Eindruck, dass die nationale Politik der Bedeutung von eHealth ein Jahr vor Einführung von SwissDRG und der neuen Spitalfinanzierung zu wenig gerecht wird. Damit bleibt die Koordination ungenügend und genau hier scheint die Bundespolitik gefordert.

 

Spitäler haben Planungsstand verbessert

Bei deutlich mehr Spitälern (81 %) als im Vorjahr (68 %) ist eine eHealth-Strategie vorhanden oder es sind eHealth Bestrebungen im Gang. Dies kann eine Vorwirkung der anstehenden Reformen sein und stellt eine der positivsten Entwicklungen von eHealth seit des 1. Swiss eHealth Barometers von Ende 2009 dar. Bei der Umsetzung steht man aber vielerorts erst am Anfang. Das gilt besonders für die weniger am Thema interessierte Ärzteschaft. Sie sieht zwar das Potenzial und verbreitet auch den Beitrag von eHealth zu Qualität und Effizienz, aber die Umsetzung bleibt aus ihrer Sicht noch zufällig.

 

Reformen als Katalysator

Für Lukas Golder (gfs.bern) sind aufgrund der Befragungsergebnisse Reformen als Katalysator für eine Umsetzung von eHealth wichtig. „Wer die Bedeutung von eHealth im Rahmen der anstehenden Reformen im Gesundheitswesen anerkennt, sieht auch das Potenzial von eHealth. Dies kann ausgehend von positiven praktischen Erfahrungen in den Spitälern den eHealth Anwendungen zum Durchbruch verhelfen. Diese mögliche Bottom-Up-Entwicklung wäre aber weitgehend unkoordiniert.“ Viele der anstehenden Reformen im Gesundheitswesen zielen auf Transparenz, Qualität und Effizienz. Nach Lukas Golder kann eHealth genau dafür ein wichtiges, unterstützendes Instrument sein. Dies anerkennt allerdings nur ein Teil der Ärzteschaft. Als zweite Schlussfolgerung braucht es nach Lukas Golder eine nationale eHealth-Offensive: „Erst wenn die bisher definierten Standards national verankert, verbindlich eingehalten und durch eine eigentliche eHealth-Offensive vorangetrieben werden, kann das Potenzial von eHealth zur konstruktiven Bewältigung der Reformen erkannt und ausgeschöpft werden“

 

Den ausführlichen Bericht mit den Studienergebnissen finden Sie auf www.infosocietydays.chhttp://www.infosocietydays.ch.

 

Alle Referate des Swiss eHealth Forum 2011 finden Sie in der Infothek.

 

Quelle: InfoSocietyDays