Die Qualität der Diagnosecodierung im deutschen Gesundheitswesen gilt insgesamt als eher mittelprächtig. Lässt sich daran etwas ändern, ohne den behandelnden Ärzt:innen Zusatzarbeit aufzubürden? Das Zi will das jetzt und bis Mitte 2026 in einem Pilotprojekt erproben und suchen dafür Arztpraxen im ganzen Land.
Konkret haben die Berliner eine Verknüpfungstabelle entwickelt, die die ATC-Codes von Arzneimitteln mit ICD-10-Diagnosecodes verbindet. Bei Arzneiverordnungen in der Praxis-IT werden erwartbare Diagnosecodes angegeben, entsprechend den jeweils zugelassenen Indikationen des Arzneimittels. Ärzt:innen können diese Information nutzen, um die Vollständigkeit ihrer Diagnoselisten zu überprüfen und fehlende Diagnosen ggf. ergänzen.
Praxen, die Interesse haben, an dem Projekt teilzunehmen, sollten das Tool für mindestens drei bis vier Monate nutzen. Sie müssen außerdem an der Evaluation der Testphase aktiv mitwirken, im Rahmen von Fragebögen und vertiefenden Interviews.
