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Vernetzung |

E-Akte reduziert Facharzttermine bei Katarakt-OP

Durch die Vernetzung von Ärzten und Heilberuflern mit einer elektronischen Akte sinkt die Anzahl notwendiger Facharzttermine um mehr als die Hälfte. Das hat das Unternehmen epitop gezeigt.

Bild: © TheModernCanvas

Seit Augenärzte in einem Telemedizinprojekt mit Augenoptikern zusammenarbeiten und die digitale Meta-Akte em.net der epitop medical GmbH nutzen, werden pro Katarakt-OP bis zu zehn Arzttermine verschiedener Fachbereiche, davon fünf allein im Kontext der Operation, eingespart. Das errechnet epitop medical, Anbieter einer überregionalen Meta-Akte sowie telemedizinischer Dienstleistungen aus Garching bei München.

„Laut Leitlinie sind für einen Patienten mit einem Grauen Star 16 Termine im Rahmen der OPs beider Augen vorgesehen“, betont Dr. med. Amir Parasta, Geschäftsführer von epitop medical. „In unserem Projekt arbeiten die Teilnehmer leitliniengerecht, und der Patient hat häufig nur sechs persönliche Arztkontakte. Das liegt zum Beispiel daran, dass ein Teil der Aufklärung sowie Nachsorge beim Augenoptiker erfolgt. Außerdem werden beide Augen in einem Fall zusammengefasst und die Operationen in kurzen Abständen terminiert. Im klassischen Szenario werden – aufgrund der oft nicht möglichen engen Taktung der Vor- und Nachsorge – die Augen in großen zeitlichen Abständen zueinander operiert, weshalb mehr Termine bei Augen-, aber auch Hausärzten erforderlich sind.“

In dem Telemedizinprojekt, aus dem die Zahlen ermittelt wurden, vernetzt epitop medical mit der elektronischen Akte em.net Patienten, Haus- und Augenärzte, Chirurgen und Augenoptiker. Dank der digitalen Vernetzung via em.net senden Augenoptiker die Ergebnisse der Untersuchungen ihrer Kunden über die „Meta-Akte“ an ein Ärztenetzwerk, wo diese ausgewertet werden. Der patientenindividuelle Bericht zeigt mögliche nächste Schritte für eine Verbesserung der Gesundheit auf, der Augenoptiker berät seinen Kunden zu den Ergebnissen und übernimmt eine Art Lotsenfunktion: Er begleitet seinen Kunden von der Gesundheitsvorsorge bis hin zur Diagnostik und OP – gemeinsam mit den Ärzten. So können Augenoptiker ihre diagnostische Kompetenz optimal einbringen und den Kunden gegenüber darstellen. Die Ärzte behandeln den bereits aufgeklärten Patienten gezielt und zügig, weil sie ihre Zeit auf die Therapie fokussieren können.

„Würde man für die 750.000 jährlich durchgeführten Katarakt-Operationen in Deutschland hochrechnen, dass pro Eingriff fünf Arzttermine eingespart werden können, dann kämen wir pro Jahr auf eine Reduktion von 3,7 Millionen Arztterminen“, rechnet Dr. med. Amir Parasta vor. „Das ist natürlich nicht realistisch. Doch wenn man bedenkt, dass im Kontext des TSVG eine Verpflichtung für mehr Arzt- bzw. Facharzttermine ausgesprochen wird, dann liegt für uns nah, darzustellen, dass mithilfe einer digitalen Akte ebenfalls ein Beitrag für eine bessere und zeitnahe Patientenversorgung geleistet werden kann. Ohne Ärzte damit zu Mehrarbeit zu verdonnern.“

Laut TSVG sollen alle Ärzte der Grundversorgung (93.000) fünf Stunden in der Woche mehr Zeit für Kassenpatienten bereitstellen. Davon machen Augenärzte sieben Prozent (rund 6.500) aus. Bei einer mittleren Dauer eines Arzttermins von 17,6 Minuten könnte ein Augenarzt damit pro Jahr rund 880 Termine mehr leisten. Für alle Augenärzte würde das – nach Abzug von 20 Prozent aufgrund von Teilzeit – rund 4,1 Millionen Termine bedeuten.

Pressemeldung epitop medical