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Medizin |

Einmal mehr: Durchwachsene Herzinsuffizienzstudie

Die Resultate der BMBF-geförderten, randomisierten CardioBBEAT-Studie zum Herzinsuffizienz-Telemonitoring liegen vor. Das Ergebnis überzeugt nicht.

 

Die CardioBBEAT-Studie lief von 2010 bis 2013 mit dem MOTIVA-System von Philips/Telekom. 621 Patienten nahmen teil. Bei dem System wurden Vitaldaten übertragen, und es wurde per TV Coaching-Material eingespielt. Die Ergebnisse der CardioBBEAT-Studie wurden erst jetzt bei der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie in Mannheim vorgestellt. Grund für die Verzögerung war offensichtlich, dass mit Originaldaten der Krankenkassen gearbeitet wurde.

 

Primärer Endpunkt der CardioBBEAT-Studie war die inkrementelle Kosten-Effektivitäts-Ratio (ICER). Randomisierte Studie mit primärem gesundheitsökonomischem Endpunkt sind in der Telemedizin bisher relativ selten anzutreffen. Bezüglich der ICER sei das Ergebnis von CardioBBEAT „neutral“ gewesen, sagte Professor Heinz Völler von der Universität Potsdam in Mannheim. Konkret betrug der ICER minus 171,30 Euro: „Wenn man so will, kostete ein Tag mit Home-Monitoring in Freiheit also rund 170 Euro mehr.“ Die Kosten für die Technik sind bei dieser Kalkulation noch nicht berücksichtigt.

 

Der Unterschied zur Kontrollgruppe geht darauf zurück, dass die Monitoring-Patienten im Studienjahr im Mittel fünf Tage länger stationär behandelt wurden. Das geht konträr zu anderen Studien, in denen die Zahl der Krankenhaustage zumindest teilweise reduziert werden konnte. Völler plädierte für klarere Algorithmen für das Patienten-Management. Mehrere Studien in Deutschland versuchen das derzeit, darunter die große FONTANE-Studie, die spätestens im kommenden Jahr erste Ergebnisse vorstellen will.

 

Text: Philipp Grätzel von Grätz, Chefredakteur E-HEALTH-COM