Der Entwurf des Gesundheitsdigitalisierungsgesetzes (GeDIG) erntet sowohl Lob als auch Kritik. Dr. Thomas Pauls, der für die CDU sowohl im Gesundheitsausschuss als auch im Ausschuss für Digitales und Staatsmodernisierung sitzt, unterstützte im Gespräch mit E-HEALTH-COM nachdrücklich die Pläne von Gesundheitsministerin Nina Warken, einen digitalen Versorgungseinstieg auch über die ePA zu ermöglichen: „Ich will nicht unbedingt, dass die gematik das selbst programmiert. Konkurrenz führt auch hier zu besseren Lösungen. Aber die ePA ist prinzipiell ein guter Ort, um so ein Tool anzusiedeln, denn da gibt es dann ja auch den Zugang zu den persönlichen Daten.“
Pauls kommentierte auch Spekulationen, wonach im Rahmen der Etablierung eines Primärversorgungssystems zusätzlich eine arztgeführte Fallakte nötig werde. Das halte er nicht für sehr realistisch, so der Abgeordnete. Es gelte, aus der mühsam etablierten ePA jetzt das Beste zu machen. Für ärztliche Kritik, wonach eine Bedarfseinschätzung nicht rein digital erfolgen könne, äußerte er wenig Verständnis: „Je besser die ePA-Features werden, umso weniger Menschen werden einen Opt-out machen. Ich halte es nicht für besonders hilfreich, ständig mit Maximalrisiken zu argumentieren. Es gibt immer noch so etwas wie Eigenverantwortung der Menschen. Wir sperren die Notaufnahmen ja nicht zu. Im Übrigen sehen wir in Skandinavien, dass solche Modelle gut funktionieren können.“
Eine Kommerzialisierung der Terminvergabe, so Pauls, müsse allerdings vermieden werden, wenn sich das Gesundheitswesen in Richtung Plattformökonomie bewege: „Eine Kommerzialisierung, die so aussieht, dass es attraktiv wird, sich einen Termin zu kaufen bzw. dass Arztpraxen Termine verkaufen, das darf nicht passieren.“
