Das MEDI:CUS-Projekt in Baden-Württemberg ist eines von mehreren im Gesundheitswesen angesiedelten Vernetzungs- und Cloud-Projekten aus Bundesländerebene. Anlässlich des Hauptstadtkongresses in Berlin haben die beiden Projektleiter Eva Schulz und Alexander Becker in einem Werkgespräch der von der AOK Baden-Württemberg ins Leben gerufenen Plattform „Digitalwerk“ über den Stand der Dinge berichtet.
Am MEDI:CUS Projekt sind fünf Landesministerien und mittlerweile über 200 Partner:innen aus allen Bereichen des Gesundheitswesens und der IT-Branche beteiligt. „Wir sind kein IT-Projekt“, betont Becker, viel mehr gehe es um eine umfassende Transformation des gesamten Gesundheitssystems. Kern des Projekts ist eine anbieteragnostische Cloud-Plattform, die über Standardschnittstellen für alle Akteure des Gesundheitswesens zugänglich ist. Es geht also darum, eine technische Basis für die Plattformökonomie im Gesundheitswesen zu schaffen, ohne sich dabei einem (Cloud-)Anbieter auszuliefern.
Am Ende, so Schulz, soll eine Art App-Store für qualitätsgesicherte Gesundheitsanwendungen stehen, die für alle zugänglich sind und die für neue Geschäftsmodelle genutzt werden könnten. Schulz spricht in diesem Zusammenhang von einem „kuratierten Marktplatz“ mit geprüften und sicheren Gesundheitsanwendungen, der jetzt schrittweise implementiert werden soll. Den Anfang sollen Speicherlösungen und Kollaborationsplattformen machen, komplexere Dienste folgen dann im nächsten Schritt.
Konkret sei für Herbst 2025 die Einführung eines gematik-zertifizierten Messengers auf der MEDI:CUS-Plattform geplant. Außerdem wird es einen S3-Cloudspeicher geben, den die angebundenen Einrichtungen ebenfalls nutzen können. Auf Basis solcher und anderer Tools sollen dann sukzessive Kooperationsszenarien umgesetzt werden, von Telekonsilnetzwerk bis Tumorboard.
Weitere Informationen:
Eine Zusammenfassung des Werkgesprächs von Digitalwerk mit Eva Schulz und Alexander Becker gibt es bei LinkedIn.
https://www.linkedin.com/company/aok-digitalwerk/posts/?feedView=all
