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Medizin |

Messenger für das Digitale Herzteam

Quelle: CCB

Herzteams aus Chirurgen und Kardiologen sind das Herzstück eines jeden Herzzentrums. Am Agaplesion Bethanien Krankenhaus in Frankfurt hilft jetzt ein sicherer Messenger bei der Therapieplanung.

 

Das Cardioangiologische Centrum Bethanien (CCB) hat sich in den letzten Jahren zu einer Institution in der kardiovaskulären Versorgungslandschaft im Rhein-Main-Gebiet entwickelt. Ein wesentlicher Baustein dieser Erfolgsgeschichte ist die Innovationsbereitschaft der inzwischen elf Ärzte, die das CCB tragen. So sind die in Deutschland etablierten Chest Pain Units eine Erfindung, die im CCB ihren Ursprung hat. Auch in anderen Bereichen wie der Bildgebung und der Einbindung von verwandten bzw. die Kardiologie und Angiologie ergänzende Fachspezialitäten wie die Diabetologie oder Hämostaseologie hat das Medizinische Versorgungszentrum seine Innovationsfähigkeit bewiesen.

 

Neuestes Projekt in dieser Reihe ist die Implementierung digitaler Kommunikationswerkzeuge im internen und externen Bereich, letzteres zum Beispiel, um gemeinsam mit den herzchirurgischen Abteilungen der Kerckhoff-Klinik in Bad Nauheim und am Klinikum Fulda auf dem kurzen Dienstweg schnell Entscheidungen zu treffen, wie mit fraglichen Patienten weiter verfahren werden kann. Der Herzteam-Gedanke lässt sich so auch dezentral umsetzen. Das CCB versorgt rund 50 bis 60 Prozent der kardiovaskulären Notfälle im Frankfurter Stadtgebiet, bei herzchirurgischen Indikationen kooperiert das MVZ mit den beiden Partnern in Bad Nauheim und Fulda.

 

Messenger erleichtert Kommunikation im dezentralen Herz-Team

Wie im Alltag, wo Messenger-Dienste inzwischen ein Basiswerkzeug der allgemeinen Kommunikation darstellen, dient den Ärzten in Frankfurt, Bad Nauheim und Fulda inzwischen eine spezialisierte Messenger-App, die ähnliche Funktionen wie zum Beispiel Whatsapp, Signal, Threema oder Telegram hat. Siilo, so heißt die vom CCB genutzte Messenger-App, entspricht allerdings hinsichtlich der Datensicherheit den hohen Anforderungen, die im modernen Gesundheitswesen erwartet werden und von der europäischen Datenschutzgrundverordnung (DGSVO) vorgeschrieben sind.

 

Mit dem Messenger können die Ärzte schon aus dem Katheterlabor in Frankfurt beispielsweise direkt mit den Herzchirurgen in Bad Nauheim oder Fulda besprechen, ob und gegebenenfalls wie schnell ein Patient herzchirurgisch versorgt werden muss. Dabei können über Siilo auch Bildund Videodaten anonymisiert und gesichert übertragen werden. Bislang gingen solche Absprachen nur über Telefon und Fax, was mit einem gehörigen Zeitverlust einherging. „Telefonisch war immer das Problem, den richtigen Kollegen an den Hörer zu bekommen. Beim Fax war die Responserate variabel, weil die Sekretariate nicht konstant besetzt sind. Das hat natürlich zu Verzögerungen geführt“, berichtet Prof. Thomas Voigtländer, Kardiologe am CCB und zugleich Ärztlicher Direktor des BethanienKrankenhaus in Frankfurt/Main.

 

Dabei sei eine verlässliche Antwort in solchen Situationen schon dringlich. Voigtländer: „Häufig sind das auch Patienten, die schnell herzchirurgisch versorgt werden müssen und nicht mehr entlassen werden können.“ Er sieht vor allem in der primären Kontaktaufnahme mit den Herzchirurgen den entscheidenden Vorteil, „weil dann auf der andere Seite direkt ein Arzt persönlich die Verantwortung für die weitere, chirurgische Betreuung des Patienten übernimmt.“

 

Kardio-Fortbildung per Messenger ist ein Erfolgsmodell

Auch Prof. Markus Schönburg, kommissarischer Direktor der Herzchirurgie an der Kerckhoff-Klinik, lobt den Messenger: „Die App funktioniert prima. Wir bekommen ad hoc Informationen zu den Patienten, und können ad hoc reagieren. Für uns ist das im Klinikalltag ein neuer Weg der Kommunikation, der ja aus dem privaten Bereich im Prinzip bekannt ist.“ So ließe sich über Siilo kurzfristig klären, ob ein Patient noch am selben Tag verlegt werden muss oder bis zum nächsten Tag gewartet werden kann. Mit der App konnte die Kommunikation zwischen CCB und der herzchirurgischen Abteilung optimiert werden. „Wir können damit einen guten Service bieten, den die Kollegen in Frankfurt auch sehr schätzen“, sagt Schönburg. Das bestätigt auch Voigtländer: „Der Messenger ist für uns schon ein richtiger Bonus und hat sich sehr schnell eingespielt.“

 

Das hängt auch damit zusammen, dass trotz der hohen Anforderungen zur Datensicherheit Siilo unkompliziert handhabbar ist. Am CCB sind, so berichtet Voigtländer, inzwischen alle Kardiologen im Netzwerk integriert. Das hat auch in einem anderen Bereich nützliche Auswirkungen: „Die App wird zum Beispiel auch als Fortbildungs-Tool genutzt. Wenn jemand ein interessantes EKG, eine interessante Koro hat oder jemandem eine außergewöhnliche Intervention gelungen ist, dann wird das über den Messenger diskutiert. Wir haben also ein Werkzeug, um alltagsbegleitend Informationen unter Fortbildungsaspekten zur Verfügung zu stellen.“ Inzwischen nutzt auch die Arbeitsgemeinschaft Interventionelle Kardiologie (AGIK) in der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie den Messenger, um niederschwellig Fortbildungsinhalte zur Verfügung zu stellen.

 

 

Quelle:  Pressemeldung CCB am Agaplesion Bethanien Krankenhaus