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MedTech |

„Neue Paradigmen werden möglich“

Beim chinesischen Neujahrsfest tanzten humanoide Roboter gen Frühling. Auch Deutschland sollte (Medizin-)Robotik als Standortfaktor begreifen.

Screenshot von Video: © ZDF heute

Der Gruppentanz einer Heerschar humanoider Roboter anlässlich des chinesischen Neujahrsfests war eine eindrucksvolle Leistungsschau des Innovationsstandorts China. Wenn Deutschland und Europa da mithalten wollen, müssten sie KI-geführte Robotik als Zukunftstechnologie begreifen und entsprechend investieren, so Prof. Oliver Brock von der TU Berlin: „Wir haben in diesem Bereich absolute Spitzenforschung. Aber es geht um das gesamte Ökosystem. Und da fällt die Bilanz im Moment eher nachteilhaft aus.“


Für Prof. Tamim Asfour, der am KIT in Karlsruhe u. a. Haushaltsroboter entwickelt, stehen und fallen die Fortschritte in der Robotik mit den Investitionen. Zwar stecke Deutschland bis 2029 rund 18 Milliarden Euro in eine Hightech-Agenda, die auch Robotik umfasse. Aber: „China investierte allein in den letzten fünf Jahren einhundert Milliarden Euro in humanoide Robotik.“ Asfour kritisierte nicht zuletzt die hiesige Industrie, die vor risikoreichen Investitionen zurückschrecke.


Auch in der Medizin sieht Prof. Stefanie Speidel von der Translationalen Chirurgischen Onkologie an der TU Dresden enormes Potenzial. Bisherige OP-Roboter kommen fast ausschließlich aus den USA, und das Einsatzspektrum ist sehr begrenzt. Letztlich, so Speidel, handele es sich „nur“ um Telemanipulatoren.


Moderne KI-gestützte Robotik könne die Karten ganz neu mischen: „Neue Paradigmen werden möglich.“ Speidel denkt an Assistenzroboter, die chirurgische Ein-Personen-Eingriffe ermöglichen würden, und an telerobotische Systeme, die punktuell zugeschaltet werden, um Operateur:innen zu assistieren: „Wir wollen keine inkrementelle Weiterentwicklung des Da Vinci. Wir wollen kleinere, mobilere Systeme entwickeln und sie mit KI und neuen Imaging-Verfahren kombinieren. Hier haben Deutschland und Europa große Stärken.“