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Vernetzung |

Nummer drei kommt. Bald.

Foto: © pfluegler photo - Fotolia

Der VPN-Zugangsdienst des Unternehmenskonsortiums um Arvato Systems hat die Gematik-Zulassung für die Telematikinfrastruktur bekommen. Der Konnektor soll in Kürze folgen. MEDI will in Sachen Konnektor derweil gegen die KVen klagen.

 

Multikulti ist etwas anderes, aber eine gewisse Vielfalt bei den Komponenten der Telematikinfrastruktur ist mittlerweile im Entstehen. In dieser Woche hat die Bertelsmann-Tochter Arvato Systems bekannt gegeben, dass ihr VPN-Zugangsdienst die Zulassung durch die Betreibergesellschaft der Telematikinfrastruktur, die Gematik, erhalten hat. Der dazugehörige und auf den VPN-Zugangsdienst abgestimmte Konnektor des Herstellers Secunet AG soll „in wenigen Wochen“ folgen.

 

Solche Angaben sind bei der Telematikinfrastruktur freilich immer mit ein bisschen Vorsicht zu genießen. So befindet sich der Konnektor des österreichischen Herstellers RISE nach Unternehmensangaben schon seit April 2018 „auf der Zielgeraden“, kam bisher aber nicht im Ziel an. Auch der Telekom-Konnektor hatte viele selbstgesetzte Zieleinläufe verpasst, bevor er dann Ende Juni als zweiter Konnektor nach dem Konnektor der CompuGroup Medical (CGM) die Zulassung erhielt.

 

Rollout bei medatixx ist angelaufen

Die CGM hat Stand September 2018 rund 30000 Arztpraxen an die Telematikinfrastruktur angeschlossen. Mittlerweile läuft auch bei dem Unternehmen medatixx mit seinen rund 21000 Arztpraxiskunden der Rollout, nach einem erfolgreichen Pilottest unter Einsatz des Telekom-Konnektors in 140 Arztpraxen im August und September. Das Unternehmen will jetzt rund 400 Konnektoren pro Woche installieren, sodass die Anbindung der medatixx-Kunden bis zur neuen Sanktionsfrist Mitte 2019 erledigt sein könnte, sofern alle Praxen rechtzeitig bestellen. Das Problem, dass nicht alle Ärzte bestellen, haben auch die anderen Hersteller.

 

Das neue Angebot von Arvato Systems richtet sich dem Unternehmen zufolge nicht so sehr an Endverbraucher, also einzelne Arztpraxen, sondern vorwiegend an Großkunden, sprich Hersteller von Praxis-IT-Systemen, IT-Dienstleister aller Art und auch an Krankenhäuser. Attraktiv sei das Angebot unter anderem wegen seines besonders umfangreichen Servicepakets.

 

MEDI sucht Teilnehmer für Sammelklage

Nicht glücklich mit den Konnektoren ist weiterhin der MEDI Verbund, der gemeinsam mit dem Hausärzteverband selbst an einem digitalen Vernetzungsprojekt arbeitet, zu dem allerdings noch keine Details bekanntgegeben wurden. MEDI GENO Deutschland-Chef Werner Baumgärtner hat jetzt MEDI-Mitglieder, die ihre im Zusammenhang mit dem Anschluss an die Telematikinfrastruktur entstandenen Kosten nicht vollständig refinanziert bekommen haben, dazu aufgerufen, sich an einer Muster- oder Sammelklage zu beteiligen, deren Adressat die KV Baden-Württemberg sein soll.

 

Hintergrund ist eine Mitgliederbefragung, bei der fast jeder dritte MEDI-Arzt behauptet hatte, die Installationskosten seien durch die KV-Förderung nicht in vollem Umfang erstattet worden. Jeder zwanzigste sprach sogar von einer Unterdeckung in Höhe von mehr als 1000 Euro. Ob Baumgärtners Aufruf Erfolg hat, muss sich erst zeigen. Ärzte, die sich beteiligen wollen, müssen Kostennachweise sowie Kostenerstattungsbeträge transparent machen und detailliert auflisten, wieviel Zeitaufwand die Installation verursacht hat.

 

Philipp Grätzel