Die NAKO Gesundheitsstudie (ursprünglich: „Nationale Kohorte“) ist einer der wichtigsten und umfassendsten epidemiologischen Datensätze in Deutschland. Im Rahmen dieser bundesweiten, prospektiven Kohortenstudie werden seit 2014 in 18 Studienzentren über 200.000 zufällig ausgewählte Personen medizinisch untersucht, hinsichtlich ihrer Lebensgewohnheiten befragt und langfristig begleitet.
Das Forschungsprojekt wird von 26 Einrichtungen getragen, die in einem bundesweiten Netzwerk zusammengeschlossen sind. Der Zugang zu NAKO-Daten ist seit einiger Zeit auch für Wissenschaftler:innen möglich, die außerhalb dieses „Inner Circle“ forschen. Dafür wurde damals ein Zugangsportal eingerichtet, der so genannte TransferHub. Die externe Nutzung geschieht aber noch nicht sehr umfangreich, insbesondere wurden die Datenschätze bisher von nicht-akademischen Forscher:innen noch nicht in größerem Umfang genutzt.
Ein neuer Zugangsweg zu den NAKO-Daten soll jetzt für etwas mehr „Traffic“ sorgen. Bisher werden die NAKO-Daten nach Recherche und Antragstellung im TransferHub und positiver Prüfung durch das Use & Access Committee der NAKO den Forschenden per geschütztem Downloadlink zur Verfügung gestellt. Jetzt wird im Rahmen eines Pilotprojekts in Kooperation mit dem Unternehmen honic wird ein Trusted Research Environment (TRE) angeboten. Es stellt die Daten in einer sicheren und komfortabel zu nutzenden Umgebung bereit, ohne dass sie eigens versendet werden müssten.
Bedarf an einer eigenen Datenverarbeitungsumgebung der NAKO wurde nicht zuletzt von nicht-akademischen Forscher:innen angemeldet. Dem will die NAKO jetzt nachkommen. Gleichzeitig sollen aktuelle technische Entwicklungen aufgegriffen und die Möglichkeiten dieser Art Datenzugang getestet werden.
TRE gelten im Kontext des künftigen deutschen Gesundheitsdatenökosystems als eine wichtige Komponente, da nicht anzunehmen ist, dass sämtliche datenbasierte Gesundheitsforschung in Deutschland künftig über das BfArM-Portal des Forschungsdatenzentrums Gesundheit laufen wird. Insbesondere wenn es an den so genannten Linkage geht, also die Verknüpfung unterschiedlicher Datenquellen, dürfte den – wo auch immer angesiedelten – TRE eine wichtige Rolle zukommen.
