Forschung

Bundesweit erstes Pflegeinnovationszentrum gestartet

Die offizielle Urkundenübergabe erfolgte heute auf dem 3. Zukunftskongress „Technik zum Menschen bringen“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). V.l.n.r.: Prof. Dr.-Ing. Andreas Hein und Annette Eickmeyer-Hehn, Referatsleiterin Demografischer Wandel; Mensch-Technik-Interaktion im BMBF

27.06.17 · 

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Am Informatikinstitut OFFIS in Oldenburg ist ein bundesweit bisher einmaliges Pflegeinnovationszentrum an den Start gegangen. Das BMBF fördert bis zum Jahr 2022 mit Forschungsgeldern in Höhe von 20 Mio. Euro die Entwicklung von innovativen Lösungen zur Unterstützung von Pflegebedürftigen und Pflegekräften im Alltag.

 

Täglich sind in Deutschland mehrere Millionen Menschen auf Pflege angewiesen und in den nächsten rund 50 Jahren können wir mit einer Verdoppelung rechnen. Leider fehlt es aber bereits heutzutage an Fachkräften in der Pflegebranche. Was tun, um die Pflege auch in Zukunft sicher zu stellen?
Ein wichtiger Baustein ist der verstärkte Einsatz moderner Technologien. Sie können von der Langzeitpflege, über die häusliche Krankenpflege bis hin zur Krankenhauspflege viel zur Unterstützung beitragen. Die Entlastung von Pflegefachkräften und pflegenden Angehörigen schafft darüber hinaus mehr Freiraum für zwischenmenschliche Zuwendung. Vor allem aber können Technologien auch frühzeitig helfen, die Selbstständigkeit, Selbstbestimmung und die Lebensqualität von Pflegebedürftigen zu erhalten. OFFIS forscht seit vielen Jahren an solchen technologischen Unterstützungslösungen.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hält bis zum Jahr 2022 Forschungsgelder in Höhe von 20 Millionen Euro für das Cluster „Zukunft der Pflege“ bereit. Als erstes Modul dieses Clusters nimmt nun das in Deutschland bisher einmalige Pflegeinnovationszentrum (PIZ) am Informatikinstitut OFFIS in Oldenburg seine Arbeit auf.

OFFIS übernimmt die Koordination des PIZ und entwickelt innovative Lösungen zur bedarfsgerechten Unterstützung von Pflegebedürftigen und Pflegekräften im Alltag. „Erprobt werden sowohl existierende Produkte am Markt als auch aus Forschungsprojekten.“ erläutert Prof. Dr. Susanne Boll-Westermann, die zusammen mit Prof. Dr.-Ing. Andreas Hein die wissenschaftliche Leitung des PIZ innehat. Prof. Hein ergänzt: „Die Ergebnisse werden wir in Laboren und Showräumen für die Fachöffentlichkeit und für die Weiter- und Ausbildung in der Pflegebranche zugänglich machen.“ Weitere Partner im PIZ sind die Universität Oldenburg, die Universität Bremen und das Hanse Institut Oldenburg.

Das PIZ wird ab 2018 dann zusammen mit vier, aktuell noch in Gründung befindlichen Pflegepraxiszentren (PPZ) in Baden-Württemberg, Bayern, Berlin und Niedersachsen ein großes Pflegecluster bilden. Durch diese Konstellation entsteht eine deutschlandweit einzigartige Infrastruktur für Pflegeinnovationen, in der ein enger Austausch zwischen Praxis und Forschung betrieben werden kann. Bundesforschungsministerin Johanna Wanka zum Cluster: „Egal ob Tassen, die die Flüssigkeitsaufnahme überwachen, oder Sensorsysteme, die erkennen, dass eine Person gestürzt ist und eigenständig Hilfe rufen – unterschiedlichste technische Innovationen werden den Menschen künftig unterstützen und im alltäglichen Leben entlasten. Mit dem Pflegecluster bringen wir Forschung und Praxis enger zusammen und sorgen dafür, dass hilfreiche digitale Assistenzsysteme im Alltag erprobt und weiterentwickelt werden.“  

OFFIS wird im PIZ neue Konzepte der Mensch-Maschine-Interaktion, den Einsatz von Robotik als auch Technologien wie Augmentierte und Virtuelle Realität erforschen und für den Einsatz in den verschiedenen Standorten der Pflege   zu Hause, in Pflegeheimen, auf Intensivstationen und in Pflegeheimzentralen   untersuchen.

 

Quelle: OFFIS


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