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EU will KI. Visegrad-Staaten wollen mehr.

Bild: © the_lightwriter

11.04.18 · 

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Anlässlich des Digital Day 2018 hat die EU-Kommission eine Erklärung zu künstlicher Intelligenz veröffentlicht. In einer separaten Erklärung geht die Visegrad-Gruppe deutlich darüber hinaus.

 

Im Oktober 2017 hat der Europäische Rat die EU-Kommission gebeten, Vorschläge für einen europäischen Weg im Umgang mit künstlicher Intelligenz (KI) zu unterbreiten. Dieses Feld wird, zumindest im Zusammenhang mit Deep Learning-Ansätzen, derzeit von Konzernen und kleineren Unternehmen des Silicon Valley dominiert. Anlässlich des Digital Day 2018 wurde jetzt eine erste Erklärung der Kommission vorgelegt.

 

Sie bleibt relativ allgemein. Ziel sei es, auf einen umfassenden und gemeinsamen Umgang mit KI in der EU hinzuwirken und, wo nötig, nationale rechtliche Rahmenbedingungen zu modernisieren, um die Chancen, die die KI bietet, nutzen und die Herausforderungen, die sie stellt, beherrschen zu können. Angeregt wird ein europaweiter Zusammenschluss relevanter Akteure in einer „European AI Alliance“. Forschungszentren für KI sollen gestärkt, digitale Innovationsnetzwerke auf europäischer Ebene gefördert und der Zugang zu künstlicher Intelligenz-Technologie insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen, für nicht-technische Unternehmen sowie für den öffentlichen Sektor verbessert werden.

 

Selbstverständlich möchte man sich auch über ethische und rechtliche Rahmenbedingungen austauschen. Überhaupt wird die Notwendigkeit intensiver Kommunikation sehr betont. Und auch der Satz, dass Menschen selbstverständlich im Zentrum der Entwicklung stehen müssten und dass es gelte, schadenverursachende KI-Anwendungen zu verhindern, fehlt nicht.


Ruf nach „regulatorischem Sandkasten“ in der Medizin

Interessanterweise war das schwammige Dokument der EU-Kommission am Digital Day nicht das einzige Dokument zu KI aus den Reihen der EU-Staaten. Unmittelbar vor der EU-Kommission haben nämlich die vier Visegrad-Staaten der EU – also Polen, Tschechien, die Slowakei und Ungarn – ein eigenes so genanntes Non-Paper zur KI vorgelegt. In diesem gehen sie über die offizielle Verlautbarung der Europäischen Kommission deutlich hinaus. Andere EU-Staaten werden aufgerufen, sich dem Non-Paper der Visegrad-Gruppe anzuschließen.

 

In dem Dokument wird betont, dass das Potenzial der KI so groß sei, dass KI-Produkte zu einem Schwerpunkt der europäischen Industrieentwicklung gemacht werden sollten. Ganz konkret werden so genannte regulatorische Sandkästen angeregt, also Experimentierfelder, bei denen bestimmte regulatorische Hürden beiseitegeschoben werden, um Forschung und Entwicklung zu ermöglichen.

 

Solche „Sonderforschungszonen“ sollen verhindern, dass politische überhastet regulatorische Entscheidungen getroffen werden, die Fortschritte im Bereich KI letztlich mehr hemmen als fördern und die den Rückstand zu anderen Wirtschaftsregionen vergrößern würden. Die Medizin wird dabei ganz explizit als ein Feld genannt, sogar als das allererste, wo ein solcher regulatorischer Sandkasten wünschenswert wäre.

 

Text: Philipp Grätzel von Grätz, Chefredakteur E-HEALTH-COM

 

Declaration „Cooperation on Artificial Intelligence” der EU Kommission:

http://ec.europa.eu/newsroom/dae/document.cfm?doc_id=50951

 

Non-Paper “Artificial Intelligence and maximising its benefits” der Visegrad-Gruppe: https://www.gov.pl/documents/31305/436699/V4_NON_PAPER_ON_AI_09_04_2018.pdf/73c31f1a-7de0-ec00-c02e-7db894c21d9c


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