Telemedizin

Sachsen: 800.000 Euro für Digitalisierungsvorhaben im Bereich der Kieferorthopädie

Barbara Klepsch, Sächsische Staatsministerin für Soziales und Verbraucherschutz; Foto: © Pawel Sosnowski

15.12.17 · 

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Die Sächsische Staatsministerin für Soziales und Verbraucherschutz Barbara Klepsch überreichte heute Zuwendungsbescheide in Höhe von 802.546,76 Euro an das Telemedizinprojekt "KFO-DIGIT - 3D-volldigitaliserte Behandlungsplanung und Expertenkonsil in der Kieferorthopädie". Partner des Projektes sind das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden - Poliklinik für Kieferorthopädie, die Carus Consilium Sachsen GmbH und die Computer konkret AG, Falkenstein.

 

"Es ist wichtig, dass wir die Digitalisierung in allen Bereichen des Gesundheitswesens vorantreiben«, sagt Frau Staatsministerin Barbara Klepsch anlässlich der Übergabe der Zuwendungsbescheide. »Durch dieses Vorhaben können die Abläufe in der kieferorthopädischen Behandlung besser und effizienter gestaltet werden. Davon werden sowohl die Patienten als auch die Behandler profitieren."

 

Die Förderung des Projektes unterstreicht die Schwerpunktsetzung des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Verbraucherschutz (SMS) im Bereich Telemedizin, E-Health und technischer Assistenzsysteme. Das Projekt wird finanziert aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).

 

Ziel des Projektes "KFO-DIGIT - 3D-volldigitaliserte Behandlungsplanung und Expertenkonsil in der Kieferorthopädie" ist der Ausbau der Digitalisierung im Bereich der Kieferorthopädie in Sachsen.

 

Im Rahmen des Vorhabens sollen drei zentrale Aspekte umgesetzt werden:

  • Optimierung der Behandlungsplanung und Verminderung der Strahlenbelastung bei Neugeborenen und Kindern
  • Vollständige 3D-Digitalisierung des kieferorthopädischen Planungs- und Freigabeprozesses
  • Intersektorale Vernetzung der kieferorthopädischen Behandler in Sachsen.

 

Mittels moderner Verfahren (3D-Röntgen, 3D-Fotoscan und 3D-interoraler Scan) soll zunächst ein umfassendes 3D-Modell des Kiefer-Mund-Raums des Patienten erstellt werden. Gleichzeitig ist beabsichtigt, alle Patientenunterlagen zu digitalisieren, wodurch analoge Unterlagen wie Papier-Patientenakte, Gipsmodelle oder Fotoausdrucke entfallen.

 

Beim 3D-Scan handelt es sich um ein optisches Verfahren, wodurch die Röntgenbelastung insbesondere bei Neugeborenen und Kindern mit Fehlbildungen im Mund-, Kiefer- oder Gaumenbereich, deutlich reduziert werden kann. Das Verfahren besitzt überdies eine wesentlich höhere Genauigkeit und geringere Fehleranfälligkeit als herkömmliche Gipsabdrücke.

 

Das 3D-Modell des Kiefer-Mund-Raums wird anschließend in einem digitalen Prozess bereitgestellt und dient als Ausgangspunkt für die Behandlungsplanung, der fachlichen Diskussion von Konsilexperten sowie perspektivisch der Freigabe durch die Kostenträger (Krankenkassen). Die Abläufe in der kieferorthopädischen Behandlung können damit schneller, effizienter und letztlich auch kostengünstiger gestaltet werden.

 

Die Kommunikation, der Austausch sowie die konsiliarische Zusammenarbeit zwischen Experten des Uniklinikums Dresden und niedergelassenen Kieferorthopäden erfolgt unter Verwendung der Telemedizinplattform CCS Telehealth Ostsachsen (THOS).

 

Im Rahmen des Projektes sollen zwei Kieferorthopädie-Praxen (in Pirna beziehungsweise Chemnitz) angebunden werden, um den volldigitalisierten Prozess zu proben und die Grundlage für eine flächendeckende Anbindung im Freistaat Sachsen zu schaffen.

 

Hintergrund zur EFRE-Förderung des SMS:

Dem SMS stehen im Zeitraum von 2014 - 2020 Fördermittel in Höhe von rund 28 Millionen EUR aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zur Förderung innovativer Ansätze im Bereich der Gesundheits- und Pflegewirtschaft zur Verfügung. Mit der EFRE-Förderung trägt der Freistaat Sachsen dazu bei, die demografische Entwicklung in Sachsen zu bewältigen und die sächsische Gesundheits- und Pflegewirtschaft nachhaltig zu stärken.

 

Die Förderung zielt auf innovative Maßnahmen ab, die durch die Vernetzung der Angebote und die Entwicklung und Anwendung von neuen Technologien auf die Herausforderungen des demografischen Wandels im Gesundheits- und Pflegesektor mit einem erheblich steigenden Bevölkerungsanteil älterer Menschen, mit zunehmendem Fachkräftemangel im Bereich der medizinischen und pflegerischen Versorgung sowie steigenden Kosten dieser Versorgung reagieren.

 

Gegenstand der Förderung sind E-Health-Maßnahmen, das heißt moderne Informations- und Kommunikationstechnologien, durch die Abläufe im Gesundheitswesen verbessert und die Bürger, Patienten, Gesundheits- und Pflegedienstleister miteinander vernetzt werden. Weiterhin gefördert werden Anwendungen des Ambient Assisted Living (Altersgerechte Assistenzsysteme für ein selbstbestimmtes Leben - AAL) aus verschiedenen Technologiefeldern, die es ermöglichen, unterschiedliche Dienstleistungsbereiche, insbesondere medizinische Dienstleistungen, Pflegeleistungen, Wohnen, Bewirtschaftung, Mobilität, wechselseitig zu vernetzen und interdisziplinäre, innovative Lösungen für die ambulante Versorgung älterer Menschen zu entwickeln.

 

Zuwendungsempfänger sind private, freigemeinnützige und öffentliche Unternehmen sowie Hochschulen und Forschungseinrichtungen, sofern diese vorhabenbezogen mit Unternehmen zusammenarbeiten.

 

Quelle: sachsen.de


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