Health-IT

Zulassung für Künstliche Intelligenz aus der Cloud

Bild: Arterys

08.02.17 · 

Unsere Leser sind nach Lesen des Beitrags zu 50%

Kommen Imaging-Befunde bald (auch) aus der Cloud? In Europa und den USA wurde eine Software zugelassen, die mit künstlicher Intelligenz MRT-Datensätze auswertet – und dabei mitlernt.

 

Künstliche Intelligenz ist teilweise sehr rechenintensiv und gilt deswegen als eine der Killer-Applikationen für die schöne neue Gesundheits-IT-Welt aus der Cloud. Und auf die setzen auch im diesbezüglich eher zurückhaltenden Deutschland immer mehr Akteure viele Hoffnungen. Dies gilt umso mehr, wenn es sich um selbstlernende Systeme handelt, die eine gewisse kritische Masse an Daten benötigen, um kontinuierlich besser zu werden.

 

Zehn Millionen Regeln aus tausenden Datensätzen

Die Zulassungsbehörden in Europa und den USA haben jetzt eine Cloud-basierte Software zugelassen, die bei der Auswertung kardialer MRT-Befunde helfen soll. Die Software kommt von dem Unternehmen Arterys aus dem Silicon Valley und trägt den schlichten Namen Cardio DL. Sie wurde anhand von einigen tausend MRT-Datensätzen des Herzens trainiert, wobei das zugrundeliegende neuronale Netzwerk aus den Datensätzen insgesamt zehn Millionen „Regeln“ abgeleitet hat, die es jetzt für die Analyse neuer Datensätze verwendet.

 

Was die Software liefert, ist eine Auswertung der Ventrikelfunktion, die so genannte Segmentierung. Das ist eine Basisanalyse, die bei praktisch jedem Kardio-MRT-Datensatz erfolgt und die Informationen über die Auswurfleistung der Herzkammern und über regionale Bewegungsstörungen der Herzwände liefert. Für diese Analytik müssen Kardiologen bisher per Hand am Computer die Grenzlinien zwischen Herzmuskel und Kammerinnenräumen einzeichnen. Das geht heute zwar schneller als noch vor einigen Jahren, ist aber immer noch recht aufwändig.

 

Die neue Software, die mit MRT-Geräten aller relevanten Hersteller kompatibel sein soll, macht das jetzt innerhalb von Sekunden automatisch, und sie liefert den Kardiologen nicht nur Parameter, sondern Bilder mit nachträglich editierbaren Konturen. Die Ärzte können die Funktionsanalyse der Software also manuell verbessern. Das wiederum könnte langfristig die Performance der Software steigern, denn die soll künftig mit Hilfe von neuronalen Netzwerken von ihren Nutzern überall auf der Welt lernen.

 

Fünfzehn Sekunden statt halbe Stunde

Die FDA begründet ihre 510(k)-Genehmigung damit, dass die Ergebnisse der automatischen Analytik genauso akkurat seien wie jene die von qualifizierten Kardiologen manuell ermittelt würden. Der entscheidende Unterschied zwischen Software und Kardiologe liegt in der Geschwindigkeit: Während Kardiologen für eine MRT-Funktionsanalytik typischerweise etwa eine halbe Stunde veranschlagen, braucht die Software nach Herstellerangaben gerade mal 15 Sekunden.

 

Was die Sicherheit angeht, setzt Arterys auf eine Pseudonymisierungslösung, bei der die Bilddaten und die personenbezogenen Daten noch in der medizinischen Einrichtung, in der die Bilder erstellt wurden, getrennt werden. Nur wenn ein berechtigter Nutzer sich einloggt und auf einen Datensatz zugreifen möchte, werden die Bilddaten aus den Rechenzentren des Unternehmens mit dem Pseudonym verknüpft, das bei der medizinischen Einrichtung verbleibt. Das Unternehmen selbst erhält dadurch zu keinem Zeitpunkt personenbezogene Daten.

 

Text: Redaktion E-HEALTH-COM


Die etwas andere Befragung: Wie ist Ihr Gemütszustand, nachdem Sie diesen Beitrag gelesen haben?
Übermittlung Ihrer Stimme...

Leserkommentare

Keine Kommentare

Kommentar abgeben

Kommentar hinzufügen

* - Pflichtfeld

*




*