Deutsche Telekom

Gesundheitskarte: Telekom bereitet Marktstart vor

16.04.18 · 

Die Deutsche Telekom hat die Zulassung für weitere Technik zum Aufbau der Telematikinfrastruktur für das Gesundheitswesen erhalten. Dies gab das Unternehmen heute in Berlin im Vorfeld der Medizinmesse conhIT bekannt. Zugelassen wurde der sogenannte Intermediär. Dieser sorgt für die Kommunikation zwischen Konnektor und Kartenlesegeräten mit dem Fachdienst Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) der Krankenkassen. Ebenfalls die Zulassung erhalten hat der VPN-Zugangsdienst, er stellt die verschlüsselte Verbindung zur Telematikinfrastruktur sicher.

 

Kurz zuvor hatte das Unternehmen die Zulassung der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) für ihren elektronischen Praxisausweis erhalten. Zahnarztpraxen können den Ausweis (auch Institutionsausweis oder Security Module Card Typ B, kurz SMC-B genannt) nun über die Telekom bestellen. Sie benötigen diesen, um sich gesichert in der Telematikinfrastruktur anzumelden.

 

Der T-Systems-Konnektor ist auf der Zielgeraden. Aktuell finden die finalen funktionalen Tests statt. Einer Zulassung steht danach nichts mehr im Wege. Daher bereitet der Konzern nun den Marktstart seines TI-Angebotes vor. Die Telekom verbindet damit künftig Ärzte, Zahnärzte und Psychotherapeuten in Einzelpraxen, Praxisgemeinschaften oder medizinischen Versorgungszentren mit der Telematikinfrastruktur.

 

Telekom stellt Medical Access Port Bundle auf der conhIT vor

Auf der morgen beginnenden Medizin-Messe conhIT in Berlin (17.-19.4.) stellt die Telekom ein Starter-Paket für die digitale Datenautobahn im Gesundheitswesen vor. Der Konzern will damit für mehr Wettbewerb im TI-Markt sorgen. Das Starter-Paket trägt den Namen „Medical Access Port Bundle“. Es besteht aus dem Telekom-Konnektor „Medical Access Port“, einem stationären E-Health-Kartenterminal, dem Zugang der Praxis zum sicheren Gesundheitsnetz (VPN-,Virtual Private Network-Zugangsdienst) sowie Serviceleistungen. Kartenleser sowie Medical Access Port sind von vorn herein mit den nötigen Chipkarten (gSMC-K für Konnektor sowie gSMC-KT fürs Lesegerät) ausgestattet. Die Karten dienen der eindeutigen Identifikation der Geräte gegenüber der Telematikinfrastruktur. Ohne Gerätekarte kein Zugang. Dies trägt zum hohen Sicherheitsniveau der TI bei.

 

Kosten und Kartenlesegeräte zur Auswahl
Das Starterpaket kostet einmalig 3207,20 €, enthalten sind die Lieferung der Hardware in die Praxis, deren Installation und Konfiguration vor Ort, sowie eine Einweisung. Hinzu kommen monatliche Kosten von 82,67 für Zugang, Wartung von Konnektor und Lesegeräten über Firmware-Updates sowie einen speziellen Kundenservice für die Telematikinfrastruktur. Bei den Kartenlesegeräten bietet die Telekom im Paket zwei Alternativen. Zur Auswahl stehen das ORGA 6141 online von Ingenico oder die Cherry-eGK-Tastatur G87-1505.

 

Zubuchoptionen: weitere Kartenleser, E-Praxisausweis, eHBA
Für das „Medical Access Port Bundle“ gibt es verschiedene Zubuchoptionen, etwa der elektronische Praxisausweis (SMC-B). Diese Mikrochipkarte mit Verschlüsselungsfunktion dient der Authentifizierung der Praxis und ist notwendig zur Registrierung und Verbindung im Rahmen der Erstinstallation. Ebenfalls über die Telekom bestellbar ist der elektronische Heilberufsausweis (eHBA) mit dem sich Ärzte, Zahnärzte oder Psychotherapeuten eindeutig authentifizieren. Der eHBA wird für die Nutzung der Qualifizierten Elektronischen Signatur (QES) benötigt.  Hinzu bestellen lassen sich künftig auch zusätzliche stationäre Kartenterminals oder-tastaturen sowie ein mobiles Kartenlesegerät. Nähere Informationen zu Leistungen und Preisen sind unter folgendem Link verfügbar:

https://www.ehealth-telematik.com/

 

Start mit Stammdaten – digitale Arzt-Unterschrift (QES) folgt
Der Medical Access Port unterstützt als erste Anwendung der Telematikinfrastruktur das Versichertenstammdatenmanagement (VSDM). Damit werden die Versichertenstammdaten auf der elektronischen Gesundheitskarte ausgelesen und bei Bedarf online aktualisiert. Um die Aktualität der Versichertenstammdaten zu prüfen, kommuniziert die Anwendung VSDM über den Medical Access Port und eine sichere verschlüsselte Verbindung mit dem jeweiligen Kostenträger des Versicherten. Nötige Aktualisierungen werden dabei direkt auf die Karte geschrieben. Bislang bekam ein Versicherter bei Änderung seiner Versichertenstammdaten stets eine neue Plastikkarte. Die Kosten für eine neue Karte und deren Versand kann das Gesundheitswesen nun sparen.

 

Künftig wird der Medical Access Port auch die Qualifizierte Elektronische Signatur (QES) ermöglichen. Mit dieser kann der Arzt rechtssicher elektronisch Dokumente unterschreiben, etwa elektronische Arztbriefe, die von Arzt zu Arzt gesendet werden. Weitere Anwendungen für die Telematikinfrastruktur sollen folgen, etwa das Notfalldaten-Management (NFDM), der elektronische Medikationsplan (eMP) oder eine Anwendung zur Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS).