Weiterentwicklung – die conhIT wird zur DMEA

Hans Peter Bröckerhoff

 

Die conhIT ändert ihren Namen. Sie wird zur DMEA (gesprochen DeMEA). Mit dem Claim „Connecting Digital Health“ betonen die Veranstalter die Kontinuität. Doch mit der Umbenennung soll vor allem auch eine deutliche strategische Weiterentwicklung der Veranstaltung einhergehen. 

Ein wenig Bedauern war hier und da schon zu vernehmen, als die Umbenennung der conhIT bekannt gegeben wurde. Schließlich war die conhIT in den letzten Jahren zu einer wahren Erfolgsgeschichte geworden: immer mehr Besucher, immer mehr Aussteller, immer mehr politische Wahrnehmung. Wenn etwas Erfolgreiches und Liebgewonnenes verändert wird, ist Bedauern sicher eine verständliche Reaktion. Aber besser als nostalgisch zurückzuschauen ist es, die Chancen der Namensänderung genauer zu betrachten.


 „Die Umbenennung ist ein deutliches Zeichen der strategischen und inhaltlichen Weiterentwicklung des Messe- und Kongresskonzeptes der conhIT“, erklärte der bvitg den Schritt. In der Tat wird schon seit einiger Zeit – sowohl verbandsintern als auch mit den conhIT-Partnern und in conhIT-Beiräten – über eine strategische Weiterentwicklung der conhIT diskutiert. Denn die Veranstaltung ist über den ursprünglichen Charakter des „Branchentreffs der Gesundheits-IT“ deutlich hinausgewachsen. Die Inhalte wie auch die Erwartungen der Besucher konzentrieren sich schon länger nicht mehr nur auf die Thematik „IT-Einsatz im Gesundheitswesen“. Es geht immer mehr um die tiefgreifenden und weitreichenden Veränderungen in der Medizin und in der gesamten Gesundheitsversorgung. Medizin und Versorgung selbst treten mehr in den Mittelpunkt, IT wird immer stärker Mittel zum Zweck. Es geht um mehr Qualität, Effizienz, Sicherheit und anderes mehr – kurz um bessere Medizin und bessere Gesundheitsversorgung durch den Einsatz der IT und der Kommunikationstechnologien. All das wird zunehmend mit dem Begriff Digitalisierung des Gesundheitswesens und nicht mehr so sehr mit dem der Gesundheits-IT verbunden.


Diese Entwicklung hat natürlich Auswirkungen auf die Inhalte und Themen, auf die Veranstaltungsformate und insbesondere auf die Zielgruppen. Zu den bisherigen Zielgruppen werden neue hinzukommen. In der Vergangenheit fühlten sich im Kern IT-Verantwortliche und ein kleiner Teil des Managements in Krankenhäusern und anderen Versorgungseinrichtungen angesprochen. Die umfassende Thematik „Digitalisierung des Gesundheitswesens“ interessiert jedoch viel größere Teile der im Gesundheitswesen tätigen Fach- und Führungskräfte.


Nehmen wir beispielsweise die Ärzte. Bisher war die conhIT nur (Ausnahmen bestätigen die Regel) für einige Funktionäre der Ärzteverbände interessant. Warum sollte ein Arzt oder eine Ärztin auch zu einer IT-Messe fahren? Künftig werden ein leitender Krankenhausarzt oder eine Ärztin, die sich in einer Gemeinschaftspraxis um die Digitalisierung kümmert, nach Information, Vertiefung und Austausch zum Thema digitale Medizin suchen. Die aus der conhIT hervorgehende DMEA kann und sollte dann für diese Ärzte interessant sein.


Sie müssen dort dann aber auch „ihre“ Themen, die zur digitalen Medizin, wiederfinden – möglichst in Themensträngen, Tracks, Blöcken oder wie auch immer geordnet. Da sind wir bei der inhaltlichen und thematischen Weiterentwicklung der Veranstaltung. Sie müssen zudem über Messestände und Kongressvorträge hinaus viel mehr interaktive und diskursive Veranstaltungsformen vorfinden. Da sind wir bei der Weiterentwicklung der Formate.


Und sie müssen vielleicht auch von der DMEA dort abgeholt werden, wo sie normalerweise ihre Fort- und Weiterbildung suchen, auf den ärztlichen Fachkongressen. Warum sollte die DMEA nicht auch Vorträge, Kongresssessions oder Satellitenveranstaltungen auf Ärztekongressen anbieten? Die DMEA wäre dann nicht mehr nur die zentrale, jährliche Veranstaltung in Berlin, sondern sie würde sich zu einer Marke für die umfassende Information und Diskussion der Digitalisierung im Gesundheitswesen entwickeln.