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Vernetzung |

FallAkte Plus soll auf die TI gebracht werden

Nächster Schritt in Sachen Mehrwertdienste bei der Telematikinfrastruktur: Der Fallakten-Provider Healthcare IT Solutions (HITS) geht mit seiner FallAkte Plus ins TI-Bestätigungsverfahren der gematik für Gesundheitsdatendienste.

Quelle: © Aurielaki

Das TI-Bestätigungsverfahren für weitere Anwendungen, das wesentlich von der Deutschen Krankenhausgesellschaft im gematik-Projekt zur Migration von Gesundheitsdiensten vorangetrieben wurde, ist das Zulassungsverfahren der gematik für Mehrwertdienste der Telematikinfrastruktur (TI). Anders als etwa bei Konnektoren oder der E-Medikation ist dabei kein Feldtest nötig. Der Antragsteller muss nachweisen, dass er funktionale, sicherheitstechnische und betriebliche Voraussetzungen erfüllt und dann die Anbindung an die TI technisch umsetzen.

 

Für diese technische Anbindung hat die gematik mehrere Möglichkeiten geschaffen, unter anderem den sicheren, zentralen Zugangspunkt mit höchster Verfügbarkeit, der zum Beispiel von Krankenkassendiensten genutzt wird. Außerdem gibt es andere, etwas niedrigschwelligere und kostengünstigere Anbindungsoptionen. Bei erfolgreicher Antragstellung kann der Antragsteller die zentralen Dienste der TI nutzen, etwa Authentifizierungsdienste oder die gesicherte Übertragung.


Nicht immer geht es schnell voran

Die gematik hatte bereits im Herbst 2018 mitgeteilt, dass Anbieter von Mehrwertdiensten entsprechende Anträge stellen können. Das ist auch schon geschehen: So hat die Deutsche Telekom bei der DMEA 2019 in Berlin bekanntgegeben, dass sie Ende März 2019 für ihre Telemedizinplattform, die seit Jahren erfolgreich in Ostsachsen für unterschiedliche telemedizinische Indikationen genutzt wird, das TI-Bestätigungsverfahren eingeleitet habe. Dabei geht es unter anderem um die Nutzung der TI für Videosprechstunden.

 

Bei der DMEA ging das Unternehmen noch davon aus, dass die Zulassung durch die gematik zügig erfolgen würde. Die Mühlen in der Berliner Friedrichstraße mahlen allerdings langsam. Ob es daran liegt, dass die nötige Bandbreite bei Videosprechstunden relativ groß werden kann und es deswegen Performance-Sorgen gibt, ist unklar. Das Unternehmen wartet jedenfalls bis heute auf den Bescheid. Gegenüber E-HEALTH-COM wollte die gematik diese Verzögerung nicht weiter kommentieren.

 

Single-Sign-on für Primärsystem und TI-Fallakte

Von sich aus kommuniziert hat die gematik jetzt, dass ein weiterer Gesundheitsdatendienst den Antrag für das TI-Bestätigungsverfahren gestellt hat, laut gematik der „erste Gesundheitsdatendienst mit elektronischer Fallakte“. Zwar handelt es sich auch bei der Telemedizinplattform der Telekom konzeptionell um eine Fallakte. Der jetzige Antrag bezieht sich aber auf ein Produkt, das die Fallaktenspezifikation 2.0 (EFA 2.0) erfüllt und die zentralen Dienste der TI nutzen will, unter anderem die Authentisierung der Krankenhäuser und Praxen mittels SMC-B gegenüber der Fallakte.

 

Auf diese Weise soll ein „Single-Sign-on“ möglich werden: Mit Anmeldung an ihrem Primärsystem wären berechtigte Personen dann auch gleich für die Fallaktennutzung über die TI angemeldet. Gegenüber E-HEALTH-COM hat Volker Lowitsch von der Healthcare IT Solutions (HITS) bestätigt, dass sein Unternehmen der Antragsteller ist. Die Lösung, um die es geht, ist die FallAkte Plus, die vor allem in Nordrhein-Westfalen bereits vielfach eingesetzt wird.

 

Dieses Produkt ist durch seine Zulassung für das Sichere Netz der KVen (SNK) zwar bereits indirekt über die TI nutzbar. Der jetzige Antrag bei der gematik zielt aber auf eine direkte Anbindung, die es erlaubt, alle wesentlichen TI-Dienste ohne Umwege zu nutzen. Ziel sei es, den Authentifizierungsprozess auf Dauer komplett auf TI-Dienste umzustellen und die FallAkte Plus-Installationen in Nordrhein-Westfalen  auf diese Weise dauerhaft an die TI anzubinden, so Lowitsch zu E-HEALTH-COM.