Telemedizin

Interessieren sich Patienten für eHealth?

Foto: © WISO / Schmidt-Dominé

08.06.18 · 

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Spannende Einblicke in die Arbeit der Patientenberatung gab es beim Hauptstadtkongress. Nach Telemedizin fragt keiner. Zumindest nicht direkt.

 

Wer wissen will, wo Patienten in Deutschland der Schuh drückt, der kann komplexe Fragebögen entwerfen. Er kann aber auch Dr. Johannes Schenkel fragen, den ärztlichen Leiter der unabhängigen Patientenberatung Deutschland. Dort können Patienten anrufen, die Hilfe brauchen, sei es mit medizinischen, gesundheitlichen oder sozialrechtlichen Fragen.

 

Insgesamt 155000 Mal sei die Beratung im Jahr 2017 kontaktiert worden, so Schenkel beim Hauptstadtkongress. Exakt keine einzige Frage bezog sich direkt auf eHealth oder Telemedizin. Was es gab, waren 100 Beratungen zur elektronischen Gesundheitskarte, bei denen es meist um die Verpflichtung ging, ein Foto zu liefern. Einige Patienten fragten auch, wie sie den Notfalldatensatz auf der eGK löschen könnten – so viel zum Thema Informationsstand der Bevölkerung in Sachen Telematik.

 

Indirekt lässt die Anfragestatistik der Patientenberatung aber schon ein paar Rückschlüsse über den Bedarf an telemedizinischen oder digitaltherapeutischem Leistungen zu. Mehrere tausend Mal beispielsweise war die Einsichtnahme in persönliche medizinische Daten ein Beratungsthema: „Viele wollen wissen, wie sie Einsicht bekommen“, so Schenkel. Auch die Arzneimitteltherapiesicherheit war ein Thema von fast 4000 Beratungen. Dass auch hier eHealth-Anwendungen helfen könne, ist kein Geheimnis.

 

„Ein anderes Riesenthema, das bei fast jeder zweiten Beratung mitschwingt, ist der Zugang zum Gesundheitswesen“, betonte Schenkel. Ganz viele Menschen hätten Probleme damit, die richtige „Andockstelle“ für ihre medizinischen Anliegen zu finden, insbesondere wenn Symptome oder Probleme aufträten, die für die Betreffenden neu sind. Auch hier seien viele niedrigschwellige eHealth-Angebote denkbar, die dieses häufige Problem lösen helfen könnten.

Text: Philipp Grätzel von Grätz, Chefredakteur E-HEALTH-COM


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