Die Studie kommt dabei zu dem zentralen Ergebnis, dass Digitalisierung und Nachhaltigkeit nicht länger als getrennte Transformationsaufgaben betrachtet werden sollten, sondern enger miteinander verzahnt werden müssen. „Das Potenzial ist riesig, aber nur, wenn man Digitalisierung und Nachhaltigkeit als zwei Seiten derselben Medaille betrachtet und gemeinsam gestaltet. Denn wo Digitalisierung draufsteht, ist nicht automatisch Nachhaltigkeit drin. Mehr Technik allein macht die Versorgung weder besser noch ressourcenschonender. Digitale Anwendungen verursachen einen Energie- und Ressourcenverbrauch und müssen daher verantwortungsvoll eingesetzt werden. Entscheidend ist nicht die Anzahl neuer digitaler Anwendungen, sondern ob sie einen messbaren Beitrag zu einer besseren Versorgung leisten, die Versorgungsbedarfe und -realitäten der Patientinnen und Patienten abbilden und einen konkreten Mehrwert für die Leistungserbringende bieten“, sagt Anne-Kathrin Klemm, Vorständin des BKK Dachverbandes.
Laut der Studie kommt der gesetzlichen Krankenversicherung dabei eine Schlüsselrolle zu. Sie kann die Voraussetzungen dafür schaffen und Innovationen so steuern, dass sie technisch, sozial gerecht, wirtschaftlich tragfähig und ökologisch sinnvoll sind. In der Studie werden daher mehrere Handlungsfelder definiert, über die Krankenkassen eine nachhaltige Digitalisierung aktiv fördern können. Dazu gehört die stärkere Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien bei digitalen Projekten, die Förderung interoperabler Lösungen, die Unterstützung digitaler Teilhabe sowie die Verankerung von Nachhaltigkeitsaspekten in Beschaffung und Vertragsgestaltung.
„In der politischen und gesellschaftlichen Diskussion über die Digitalisierung stehen häufig Effizienz und Innovation im Mittelpunkt. Diese sind zweifellos wichtige Maßstäbe, aber ebenso wichtig ist es, die Digitalisierung zukünftig systematisch unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten zu bewerten und voranzutreiben. Mit unserer Studie wollen wir Aufmerksamkeit dafür schaffen und eine faktenbasierte Diskussion darüber anstoßen, wie die Digitalisierung von welchen Akteuren gestaltet werden muss, damit sie die Zukunftsfähigkeit unseres Gesundheitswesens stärkt. Genau dafür liefern die Studienergebnisse wichtige Impulse“, so Klemm weiter.
Die Studie „Nachhaltigkeit durch Digitalisierung im Gesundheitswesen“ wurde vom BKK Dachverband in Auftrag gegeben und vom Berlin Institute of Health at Charité (BIH) erarbeitet. Die Hauptautor*innen der Studie sind Prof. Dr. Daniel Fürstenau, Prof. Dr. Sylvia Thun, Dr. Matthias Schulte-Althoff, Alexander Bartschke und Alessia Nowak.
Quelle: BKK Dachverband
