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Vernetzung |

Projektstart PERLEN: IT-System im Bereich Demenzversorgung

Die Zahl der Menschen mit Demenz steigt stetig an: Derzeit sind in Deutschland nach Angaben der Deutschen Alzheimer Gesellschaft 1,4 Millionen Menschen an Demenz erkrankt, weltweit geht man von ca. 47 Mio. Betroffenen aus. Die Zahl wird voraus­sichtlich bis 2030 auf 74,7 und 2050 auf mehr als 131,5 Mio. steigen. Häufig leiden die Betroffenen zusätzlich an Sekundärerkrankungen, besonders relevant ist der Diabetes mellitus Typ 2. Das relative Risiko für das Auftreten einer Demenz liegt bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 zwischen 1,3 und 2,9.

 

Im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung können Menschen mit Demenz gegenüber den Pflegenden und Angehörigen häufig keine Auskunft mehr zu ihrer Biografie, ihrem Tagesablauf und Routinen geben. Wären diese Informationen jedoch den Pflegenden zugänglich, könnten Aktivierungsmöglichkeiten in den Pflege- und Betreuungsalltag einbezogen werden, die bei den Betroffenen zu Freude, Interesse und Wohlbefinden und damit einer Aufrechterhaltung ihrer Lebensqualität führen.

 

 

Ziel des Projektes Perlen ist es, ein ganzheitliches IT-System zur Dokumentation sowie zur identitätsbezogenen Alltagserfassung und persönlichen Lebensdokumentation von Menschen mit Demenz bzw. Demenz und Diabetes zu entwickeln. Das System soll dazu beitragen, die aktivierende Pflege zu unterstützen, den Dokumentationsaufwand zu verringern und die Qualität der Pflege durch einen besseren Informationsfluss zwischen den Pflegebedürftigen, Angehörigen und Pflegefachkräften zu steigern.

 

Zudem soll die Weiterreichung der persönlichen Informationen zwischen den verschiedenen Versorgungsphasen (alleine/mit Angehörigenpflege zu Hause lebend, ambulante Pflege, stationäre Pflege) durch das Perlen-System gefördert werden, um die Beteiligten zu entlasten. Die an der Pflege beteiligten Personen können besser auf den Betroffenen eingehen, ihn individueller, bedarfsgerechter und situativ unterstützen. Für den Erkrankten selbst soll sich das Erleben der eigenen Situation damit deutlich verbessern. Zusammenfassend liegt der Fokus des Verbundprojektes also auf der Integration von bisher nicht am Dokumentationsprozess beteiligten Akteuren.

 

 

Dabei sollen durch den Einsatz innovativer Technologien, wie zum Beispiel tragbarer Computersysteme (Wearables), Informationen über die Betroffenen gewonnen werden, um die Lebensqualität, die Routinen und die Persönlichkeit dieser Menschen möglichst umfassend zu bewahren. Die spezifische Erfassung des individuellen Therapieverlaufs der Begleiterkrankung Diabetes mellitus ermöglicht es zudem, bisher unerkannte Korrelationen beider Erkrankungen aufzudecken.

 

 

Seit Juli 2015 arbeiten das DAI-Labor der TU Berlin, der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V., Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, euregon AG, gemeinnützige ProCurand GmbH, das Innovationzentrum Connected Living e.V. und das SIBIS Institut für Sozialforschung und Projektberatung GmbH gemeinsam für die Dauer von drei Jahren an der Entwicklung des Systems und werden dabei durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.