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Health-IT |

Startschuss für die digitale Gesundheits-ID

Seit Anfang Januar müssen die Krankenkassen auf Wunsch digitale Gesundheits-IDs anlegen. Störfeuer kommt vom Sparkurs der Bundesregierung.

Grafik: © gematik

Die digitale Gesundheits-ID soll einen alternativen und komfortableren Zugang zu digitalen Anwendungen im Gesundheitswesen ermöglichen, als das mit elektronischer Gesundheitskarte und PIN-Nummer möglich ist. Künftige könnten diese IDs die eGKs insofern ergänzen, als sie vielerorts für die Authentifizierung ausreichen könnten, ähnlich wie die Handy-Bezahlung statt des Einlesens einer Kredit- oder EC-Karte. Charmant an der Gesundheits-ID ist außerdem, dass sie nicht zwingend allein auf Basis von eGK und PIN erstellt werden muss, sondern auch an den elektronischen Personalausweis gekoppelt werden kann. Die Gesundheits-ID könnte damit zu einer Art Schrittmacher für das darbende deutsche eID-Wesen insgesamt werden.

 

Fallbericht Techniker Krankenkasse

Klappt das? Harte Zahlen zum Anteil der Krankenkassen, die die Frist 1. Januar 2024 eingehalten haben, gibt es bisher nicht. Im Selbstversuch zeigt sich bei der Techniker Krankenkasse ein über weite Strecken erfreuliches Bild. Wer die elektronische Patientenakte der TK anwählt, wird darüber informiert, dass ein Zugriff über Gesundheits-ID möglich ist. Wer die Gesundheits-ID nutzen will, wird durch einen ID-Prozess geleitet, der neben der Option „eGK plus PIN“ als eine weitere Option die Identifizierung mittels elektronischem Personalausweis und Ausweis-PIN vorsieht. Eine eGK-PIN ist dann nicht zusätzlich erforderlich.

 

Das Anlegen der Gesundheits-ID geht schnell und ist relativ selbsterklärend. Es gibt eine ID-App der TK, die auf dem Handy installiert werden muss. Hier erfolgt die Kopplung mit der Ausweis-ID, was relativ unkompliziert ist. Wer dann die E-Rezept-App der gematik installiert und diese mittels Gesundheits-ID nutzen will, wird feststellen, dass auch das prompt funktioniert. Was Anfang Januar noch nicht klappte, war die Öffnung der elektronischen Patientenakte der TK mittels Gesundheits-ID, aber nach einer Woche 2024 ging das dann auch.

 

Rotstift der Bundesregierung könnte Gesundheits-ID bremsen

Etwas unerfreulich ist, dass das Sparprogramm der Bundesregierung zumindest indirekt auch einen bremsenden Einfluss auf die Gesundheits-ID haben wird. Ab Ende Januar 2024 wird das Bundesinnerministerium nach einem Bericht von heise.de keine Rücksetzbriefe mehr verschicken, mit denen Nutzer:innen des ePersonalausweises ihre PIN zurücksetzen können. Der komplette, im Februar 2022 eingeführte und bislang kostenlose Dienst werden infolge der Sparmaßnahmen zum 31. Januar 2024 eingestellt, so das Mnisterium. Stattdessen werden die Bürger:innen für das Rücksetzen von PINs künftig das Bürgeramt aufsuchen müssen, was zumindest in Städten wie Berlin, wo Bürgeramt-Termine rares Gut sind, suboptimal ist. Die gute Nachricht: Existierende PIN-Briefe funktionieren weiter. Wer einen hat, kann sich also glücklich schätzen.