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Telematikinfrastruktur: Kommt jetzt der Wettbewerb?

Pünktlich zur conhIT gibt die Gematik eine weitere Zulassung für die Telematikinfrastruktur bekannt. Ein zweiter Konnektor soll sich auf der Zielgeraden zur Zulassung befinden.

 

Die am 11. April erteilte und gestern bekanntgegebene Zulassung betrifft den VPN-Zugangsdienst von T-Systems International. Er stellt eine sichere Verbindung von der Arztpraxis zur Telematikinfrastruktur (TI) her. „Damit können Praxen und Krankenhäuser nun zwischen zwei Anbietern von VPNM-Zugangsdiensten wählen“, so die Gematik. Der zweite Anbieter ist die CompuGroup Medical, die ihren eigenen Zugangsdienst für die Anbindung der Arztpraxen an die TI nutzt, die bereits seit Ende 2017 läuft. Mittlerweile seien rund 15000 Arzt- und Zahnarztpraxen an die Telematikinfrastruktur angeschlossen, heißt es bei dem Koblenzer Unternehmen.

 

Auch seitens des elektronischen Praxisausweises (SMC-B) gibt es mittlerweile zwei Anbieter. Neben der Bundesdruckerei, die bei den meisten der bisherigen Installationen die SMC-B geliefert hat, gibt es seit Ende Februar eine Zulassung für eine weitere SMC-B von T-Systems. Die Zulassung in der Tasche hat die T-Systems seit dem 4. April auch für den so genannten Intermediär. Der sorgt für die Kommunikation zwischen Konnektor und Kartenlesegerät auf der einen und dem Fachdienst Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) auf der anderen Seite.

 

Nicht ganz geklappt hat es bis zur conhIT mit der Zulassung des Telekom-Konnektors. Diese Zulassung gilt als ein Nadelöhr für den gesamten Rollout, weil zumindest einige Praxis-IT-Hersteller ihre Telematik-Pakete gerne ohne den Konnektor der Konkurrenz aus Koblenz schnüren wollen. Die Telekom gibt an, dass sich die Zulassung des T-Systems-Konnektors auf der Zielgeraden befinde. Aktuell fänden die finalen funktionalen Tests statt. Dies wird aus den Reihen der Gematik bestätigt. Die Zulassung, heißt es, sei jetzt eine Frage von Wochen.

 

Damit dürfte der Rollout spätestens im dritten Quartal deutlich an Fahrt aufnehmen, weil dann andere Praxis-IT-Hersteller in größerem Umfang in die Installationen einsteigen werden. Dazu freilich müssen sich Krankenkassen und Kassenärzte auf eine Änderung der Refinanzierungspauschalen des Konnektors verständigen, die gemäß bisheriger Regelung ab dem dritten Quartal deutlich fallen. Als die aktuellen Pauschalen verhandelt wurden, war man davon ausgegangen, dass schon ab dem dritten Quartal 2017 installiert werden könnte und dass es rasch mehrere Produkte und einen entsprechenden Preiswettbewerb geben würde. Beides hatte sich als zu optimistisch erwiesen.

 

Zwei weitere Konnektorhersteller – RISE aus Österreich und Arvato Systems/Secunet – befinden sich ebenfalls mit Konnektoren im Zulassungsverfahren. Hier wird derzeit damit gerechnet, dass die Produkte irgendwann in der zweiten Jahreshälfte 2018 zur Verfügung stehen könnten. Was ebenfalls noch fehlt, ist eine Finanzierungsvereinbarung für die Krankenhäuser. Solange die nicht steht, bleibt die TI ein rein ambulantes Unterfangen. Die Krankenhäuser machen geltend, dass durch die TI über die reine Anschaffung von Konnektoren und Kartenterminals hinaus enorme Investitionen in Netzwerke erforderlich werden, die durch die derzeitigen Investitionsmittel nicht gedeckt seien.

 

Text: Philipp Grätzel von Grätz, Chefredakteur E-HEALTH-COM