Seit 2021 arbeiten die Universität Duisburg-Essen (UDE) und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) eng zusammen. Eine wichtige Brücke zwischen beiden Einrichtungen ist Elsa Kirchner: Die UDE-Professorin kooperiert seit vielen Jahren mit dem DFKI und leitet dort ein Forschungsteam*. Ihre Arbeit verbindet KI und Robotik mit intelligenter Biosignalanalyse.
Das neue Projektbüro gibt der Zusammenarbeit nun einen festen Anlaufpunkt in Duisburg und öffnet sie für weitere Forschungsgruppen. Prof. Dr. Barbara Albert, Rektorin der Universität Duisburg-Essen, ordnet die weiteren Pläne ein: „Die Forschung zu Künstlicher Intelligenz lebt vom Austausch zwischen Disziplinen. Mit dem ‚DFKI Projektbüro AURA Lab Duisburg-Essen‘ schaffen wir an unserer Universität einen Ort, an dem neue Verbindungen zwischen Forschenden, Themen und Ideen entstehen können. Mit diesem Netzwerk wollen wir unsere Forschung zu KI und KI-Robotik weiter ausbauen“.
Prof. Dr. Antonio Krüger, CEO des DFKI, sagt: „Die Universität Duisburg-Essen ist für das DFKI seit mehreren Jahren ein wichtiger Forschungspartner. Gemeinsam setzen wir Projekte um, die von der Rehabilitation bis zur Raumfahrt reichen. Die feste Präsenz in Duisburg stärkt unsere Forschung im Bereich der assistiven und menschenzentrierten Robotik.“
Von der Reha bis ins All
Wie viel Unterstützung braucht ein Mensch bei einer Bewegung? Elsa Andrea Kirchner forscht seit vielen Jahren an Exoskeletten, die ihre Unterstützung individuell anpassen. In der Rehabilitation können sie etwa Menschen nach einem Schlaganfall helfen, Bewegungen wieder zu trainieren.
Inzwischen nutzt das Team die Technologie auch, um Astronaut:innen auf Bewegungen in Schwerelosigkeit vorzubereiten. Im Projekt MikroBeM untersuchen UDE und DFKI, ob sich feinmotorische Bewegungen mit einem Exoskelett bereits auf der Erde trainieren lassen. Das System lernt, das Gewicht des Arms individuell auszugleichen und so Mikrogravitation zu simulieren. Der Härtetest folgt im Parabelflug: Unter echter Schwerelosigkeit prüfen die Forschenden, ob die Versuchspersonen von diesem Training profitieren. Im September 2026 hat das Team bereits seine vierte Kampagne in Schwerelosigkeit abgeschlossen.
„Mich begeistert, dass wir mit menschzentrierter KI-Robotik und intelligenter Biosensorik ganz unterschiedliche Fragen angehen können: Wie hilft ein Exoskelett einem Menschen nach einem Schlaganfall – und wie kann dieselbe Technologie Astronaut:innen auf Schwerelosigkeit vorbereiten? Mit dem neuen DFKI-Projektbüro schaffen wir Raum, um solche Ideen gemeinsam weiterzuentwickeln“, sagt Kirchner.
Eine weitere Anwendung nimmt das Projekt ExoAssist in den Blick: Seit Juli entwickeln UDE und DFKI ein Ganzkörper-Exoskelett, mit dem Astronaut:innen künftig entfernte Roboter durch die eigenen Bewegungen steuern könnten – etwa bei Arbeiten im Erdorbit oder auf dem Mond.
*Prof. Dr. Elsa Andrea Kirchner leitet an der Universität Duisburg-Essen (UDE) das Fachgebiet Systeme der Medizintechnik an der Fakultät für Ingenieurwissenschaften und am DFKI Robotics Innovation Center in Bremen das Team Intelligent Healthcare Systems.
Weitere Informationen
Zum gemeinsamen Forschungsprojekt MikroBeM:
https://www.uni-due.de/smt/pro-microbem.php
Zum gemeinsamen Forschungsprojekt ExoAssist:
https://robotik.dfki-bremen.de/de/forschung/projekte/exoassist
Quelle: UDE
