In der ambulanten Pflege werden Rezepte heute vielfach telefonisch oder per Fax angefordert. Häufig müssen Versichertenkarten dafür in Arztpraxen vorgelegt und Bearbeitungsstände manuell nachgefragt werden. Die aktuell viel beachtete Kritik am Aufwand für das Einlesen und den Transport von Versichertenkarten zeigt, wie sehr solche analogen Zwischenschritte den Pflegealltag weiterhin prägen. Auf Basis einer Umfrage
unter 1.016 Pflegeeinrichtungen leitet der bpa daraus ein bundesweites rechnerisches Entlastungspotenzial von bis zu 2,4 Millionen Stunden pro Jahr ab.
Mit einem neuen digitalen Weg für die Rezeptübermittlung wollen ehex und die opta data Gruppe hier ansetzen. Der Prozess beginnt schon bei der Rezeptanforderung. Pflegefachkräfte übermitteln Rezeptanforderungen strukturiert an die behandelnde Praxis. Nach Prüfung und Freigabe in der Praxis kann der E-Rezept-Token mittels KIM-Nachricht für die Einlösung bereitgestellt werden. Der Bearbeitungsstatus bleibt für die Beteiligten entlang des Prozesses nachvollziehbar. Dabei kommt eine schlanke Webanwendung zum Einsatz. Die Erprobung mit einem ambulanten Pflegedienst, einer Arztpraxis und einer Apotheke wird derzeit vorbereitet. Untersucht werden sollen dabei unter anderem Durchlaufzeiten, potenziell vermiedene Botenfahrten, die Akzeptanz im Pflegealltag sowie das Zusammenspiel mit unterschiedlichen Praxis- und Apothekensystemen.
Technisch basiert der Ansatz auf vorhandenen Standards der TI. Pflegeeinrichtungen werden über ein TI-Gateway angebunden und für die strukturierte Kommunikation kommen KIM sowie FHIR-basierte Daten zum Einsatz. Arztpraxis und Apotheke arbeiten dabei weiterhin in ihren jeweiligen Primärsystemen. Perspektivisch kann der Ansatz um weitere Verfahren der TI 2.0 ergänzt werden, etwa den Dienst PoPP (Proof of Patient Presence). Die Entwicklung der Plattform sowie die Anbindung an die Telematikinfrastruktur verantwortet ehex. Für die Erprobung ist vorgesehen, die Lösung in die neue Branchenlösung od | care pro der opta data Gruppe zu integrieren.
Frédéric Naujokat, Geschäftsführer von ehex, erklärt: „Die aktuelle Diskussion zeigt sehr deutlich, dass es nicht genügt, einzelne Bestandteile eines analogen Prozesses zu digitalisieren. Entscheidend ist die gesamte Prozesskette. Genau dort setzen wir an: Wir wollen Pflege, Arztpraxis und Apotheke digital verbinden, ohne für jede beteiligte Organisation neue Insellösungen zu schaffen.“
Andreas Fischer, Geschäftsführer der opta data Gruppe, ergänzt: „Digitalisierung darf analoge Bürokratie nicht digital dekorieren. Sie muss sie überflüssig machen. Dafür dürfen wir nicht den nächsten einzelnen Arbeitsschritt digitalisieren, sondern müssen Versorgung durchgängig digital denken. Die Rezeptübermittlung ist ein konkretes Beispiel dafür, wie dieser Anspruch in die Praxis übersetzt werden kann.“
Einen ersten Einblick in den Ansatz geben ehex und die opta data Gruppe beim Zukunfts-Gipfel Digitale Pflege am 12. November 2026 im Rahmen des Deutschen Pflegetags in Berlin.
Über ehex
ehex ist Treiber eines digital vernetzten Gesundheitswesens, das einfach funktioniert. Als starker TI-Partner macht ehex die Telematikinfrastruktur für alle nutzbar – von der mobilen TI-Nutzung für einzelne Leistungserbringer bis zum komplexen Rollout für Klinikverbünde. Mehr als 90.000 Gesundheitseinrichtungen vertrauen täglich auf die Expertise, Services und Technologie von ehex. Deutschlandweit arbeiten über 100 Expert*innen für ehex. Das Unternehmen wurde 2011 gegründet und hat seine Wurzeln in Dortmund.
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