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Unternehmensnews |

Robert-Bosch-Krankenhaus Stuttgart und bio.logis GIM integrieren Pharmakogenetik in den klinischen Alltag – ein Meilenstein für personalisierte Medizin

bio.logis Genetic Information Management & Robert-Bosch-Krankenhaus

Personalisierte Medizin ist in aller Munde. Sie ist für viele Patienten ein Hoffnungsschimmer, denn sie verspricht bessere Therapie- und Behandlungsergebnisse für den einzelnen Patienten. Die Berücksichtigung genetischer Merkmale des Patienten ist dabei von besonderer Bedeutung. Das Stuttgarter Dr. Margarete Fischer-Bosch-Institut für Klinische Pharmakologie (IKP) am Robert-Bosch-Krankenhaus (RBK) zählt weltweit zu den führenden Institutionen auf dem Gebiet der Pharmakogenetik, die sich mit dem Einfluss der Erbfaktoren auf Arzneimittelwirkungen beschäftigt.
Zusammen mit dem Frankfurter Unternehmen bio.logis GIM wird eine neu entwickelte IT-Plattform (Genetic Information Management Suite, GIMS) am RBK implementiert und über vorhandene Schnittstellen in das existierende Krankenhausinformationssystem eingebunden. GIMS ermöglicht dem RBK die automatisierte Übersetzung pharmakogenetischer Ergebnisse seiner Patienten in klinisch verwertbare Therapieempfehlungen. Erstmalig kann der Patient über ein Web-Portal auf seinen persönlichen pharmakogenetischen Befund zugreifen, der damit für zukünftige ärztliche Behandlungen zur Verfügung steht.


„Warum wirken Arzneimittel nicht bei jedem Patienten?“, „Warum bekomme ich eine unerwünschte Nebenwirkung unter Standardtherapie?“ - diese Fragen stellen viele Patienten. Das Dr. Margarete Fischer-Bosch-Institut für Klinische Pharmakologie (IKP) in Stuttgart hat es sich seit vielen Jahren zur Aufgabe gemacht, zugrundliegende Ursachen dafür aufzuklären. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Pharmakogenetik, also der Erforschung des Einflusses von individuellen Erbfaktoren auf die Wirkung von Arzneimitteln. Prof. Matthias Schwab, Leiter des IKP und Lehrstuhlinhaber für Klinische Pharmakologie der Universität Tübingen erklärt: „Seit über 50 Jahren liefert die Pharmakogenetik herausragende Forschung und Konzepte zur personalisierten Medizin. Wir haben nun den Punkt erreicht, dieses Wissen erstmalig in Deutschland systematisch in der Klinik anzuwenden“.

Individuelle genetische Untersuchungsergebnisse einfach und verlässlich in der Arbeitsroutine zu berücksichtigen und die Therapieentscheidung von Klinikärzten danach zu steuern, ist eine Thematik mit der sich die Firma bio.logis GIM und ihre Gründerin und medizinische Geschäftsführerin Frau Prof. Daniela Steinberger seit langem beschäftigt. Die Humangenetikerin und ihr Team haben die Softwarelösung Genetic Information Management Suite (GIMS) entwickelt, mit der sich innerhalb von Sekunden pharmakogenetische Ergebnisse in verständliche Befunde und konkrete Empfehlungen für Ärzte übersetzen lassen.

Als Grundlage dafür finden internationale Leitlinien Anwendung. „Die Bereitstellung diagnostischer Berichte im Bereich der Humangenetik ist ein komplexer Prozess. Er verlangt hohes Expertenwissen und ist bisher kaum standardisiert“, sagt Prof. Daniela Steinberger, von bio.logis GIM. „Patienten kann nun empfohlen werden, die Medikamentendosis anzupassen, wenn ihnen zum Beispiel genetisch-bedingt ein bestimmtes Enzym fehlt. Mit klaren Therapieanweisungen kann ein behandelnder Arzt vor der Behandlung das Risiko für unerwünschte Nebenwirkungen und Therapieabbrüche besser einordnen und reduzieren“, ergänzt Schwab.

Die GIMS Software, die Datenschutzrichtlinien-konform ist, soll in den nächsten Monaten mit dem Krankenhaus-Informations-System des RBK und der Genotypisierungs-Plattform am IKP verknüpft und damit in die bestehende Arbeitsroutine der Ärzte am RBK integriert werden. Entscheidet sich der behandelnde Arzt für die pharmakogenetische Diagnostik, wird nach schriftlicher Einwilligung des Patienten entsprechend dem Gendiagnostikgesetz eine Blutprobe für die Untersuchung am IKP gewonnen. Der durch GIMS generierte pharmakogenetische Befund führt zu einer Empfehlung, die der behandelnde Arzt für seine schlussendliche Auswahl der richtigen Dosis für den einzelnen Patienten verwendet.

Das Besondere an GIMS ist dabei: Jeder Patient kann auch online über ein Web-Portal oder mobile Applikationen auf seine eigenen pharmakogenetischen Befunde zugreifen und diese damit Ärzten unabhängig vom Wohnort zugänglich machen. „Das erlaubt die direkte Anwendung der pharmakogenetischen Informationen auch bei allen zukünftigen ärztlichen Behandlungen, unabhängig davon, ob man sich in Deutschland oder dem Ausland befindet“, so Schwab.

„Wir sind sehr froh, mit dem RBK einen renommierten Partner und mit Herrn Professor Schwab vom IKP einen der führenden Meinungsbildner auf dem Gebiet der Pharmakogenetik als Mitstreiter gewonnen zu haben. Das am RBK jetzt eingeführte Konzept der pharmakogenetischen Diagnostik entspricht der Idee einer personalisierten Medizin mit einer umfassenden End-to-End Lösung für die einzelnen Patienten“, betont Enrico Just, Geschäftsführer der bio.logis GIM GmbH.



Über bio.logis Genetic Information Management GmbH
Die bio.logis Genetic Information Management GmbH übersetzt genetische Daten in medizinisch nutzbare Informationen und macht diese Ärzten und Patienten zugänglich. Die dafür entwickelte spezielle informationstechnologische Lösung „Genetic Information Management Suite (GIMS)“ fokussiert in der für die genetische Diagnostik notwendigen Prozesskette auf die „letzte Meile“ zum Arzt und Patienten, indem genetische Rohdaten mit klinisch nutzbarem Wissen für die unmittelbare Anwendung zusammengeführt werden. GIMS unterstützt den Arzt im Labor bei der automatischen Erstellung solcher Experteninhalte und den Arzt in der Klinik mit konkreten klinischen Vorschlägen. Die mit Hilfe von GIMS erstellten ärztlichen Befundberichte und Handlungsempfehlungen werden über Labor- und Arztinformationsmanagement-Systeme und elektronische Health Records direkt am Point-of-Care ausgeliefert.


Mehr Informationen zum Unternehmen und den Produkten finden Sie unter www.biologis.com.


Das Robert-Bosch-Krankenhaus
Das Robert-Bosch-Krankenhaus (RBK) in Stuttgart ist ein von der Robert Bosch Stiftung getragenes Krankenhaus der Zentralversorgung mit Funktionen der Maximalversorgung an drei Standorten. Seit 1978 zählt das Robert-Bosch-Krankenhaus zu den Akademischen Lehrkrankenhäusern der Universität Tübingen. Mit 1.031 Betten nehmen das RBK, seine Standorte Klinik Charlottenhaus und Klinik Schillerhöhe sowie die Klinik für Geriatrische Rehabilitation im Jahr über 44.000 Patienten stationär auf. Rund 2.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sorgen dafür, dass sich die Patienten individuell betreut fühlen. Zum Krankenhausbetrieb gehören 22 Fachabteilungen in den Zentren für Innere, Operative und Diagnostische Medizin sowie im Zentrum für Pneumologie und Thoraxchirurgie, das Irmgard-Bosch-Bildungszentrum, das Institut für Geschichte der Medizin und das Dr. Margarete Fischer-Bosch-Institut für Klinische Pharmakologie.
www.rbk.de.


Das Dr. Margarete Fischer-Bosch-Institut für Klinische Pharmakologie

Das Dr. Margarete Fischer-Bosch-Institut für Klinische Pharmakologie am Robert-Bosch-Krankenhaus zählt weltweit zu den führenden Institutionen auf dem Gebiet der Pharmakogenetik, die sich mit dem Einfluss der Erbfaktoren auf Arzneimittelwirkungen beschäftigt. Dabei sind Pharmakogenetik und Krebsforschung Schwerpunkte in Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Partnern einschließlich des Universitätsklinikums Tübingen und des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg.


Alle Abteilungen des Robert-Bosch-Krankenhauses arbeiten eng mit dem Dr. Margarete Fischer-Bosch-Institut für Klinische Pharmakologie zusammen. Die dadurch gewonnenen Erkenntnisse fließen direkt in die Weiterbildung von Pflegepersonal und Ärzten ein.

www.ikp-stuttgart.de

www.rbk.de