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Köpfe&Karrieren

Prof. Dr.-Ing. Tobias Knopp ist neuer Professor für Sensornahe KI und Biosignalverarbeitung in Lübeck

Prof. Dr.-Ing. Tobias Knopp; Foto: © S. Bever, Fraunhofer IMTE

Prof. Dr.-Ing. Tobias Knopp ist auf die Professur für Sensornahe KI und Biosignalverarbeitung am Institut für Medizintechnik (IMT) der Universität zu Lübeck berufen worden. Der Informatiker denkt in Algorithmen – von den mathematischen Grundlagen bis zur technischen Realisierung. Sein Fokus liegt dort, wo Messung und Auswertung aufeinandertreffen: direkt am Sensor. Seit dem 1. Oktober 2026 forscht er an der Entwicklung intelligenter Sensortechnologien und neuer Methoden der Signalverarbeitung. Gleichzeitig leitet er das Geschäftsfeld Diagnostik an der Fraunhofer-Einrichtung für Individualisierte Medizintechnik IMTE.

 

Ein besonderer Forschungsschwerpunkt liegt auf magneto-mechanischen Resonatoren (MMR). Sie bieten das Potenzial, Größen wie Temperatur, Druck, Kraft oder den pH-Wert zu erfassen, und eröffnen perspektivisch den Weg zu implantierbaren Sensorsystemen.

 

„KI kann nur auswerten, was der Sensor erfasst. Deshalb gehören Sensor und Algorithmus für mich zusammen: Wer die Physik der Messung versteht, holt deutlich mehr aus dem Signal heraus. Magneto-mechanische Resonatoren sind dafür ein spannendes Feld – winzig, ohne Kabel und Batterie, von außen auslesbar. Langfristig könnten sie Messungen dort ermöglichen, wo wir heute keinen Zugang haben. Welche Anwendungen daraus entstehen, wollen wir gemeinsam mit Partnern aus Klinik und Industrie herausfinden“, sagt Prof. Dr.-Ing. Tobias Knopp.

 

An der Universität stehen die wissenschaftlichen Grundlagen von Sensorik und Signalverarbeitung im Vordergrund, am Fraunhofer IMTE die Weiterentwicklung für konkrete Anwendungen. Unternehmen, die kabellos auslesbare oder implantierbare Sensorsysteme entwickeln möchten, finden damit in Lübeck einen direkten Ansprechpartner.

 

„Tobias Knopp hat in Hamburg ein international sichtbares Institut für Biomedizinische Bildgebung aufgebaut. Dass wir ihn von dort nach Lübeck holen konnten, freut mich sehr. Er verbindet tiefes mathematisches Verständnis mit dem Anspruch, Algorithmen bis in die Anwendung zu bringen. Genau das benötigen wir für die nächste Generation medizinischer Sensorik“, betont Prof. Dr. Thorsten M. Buzug, Direktor des Instituts für Medizintechnik der Universität zu Lübeck und Leiter des Fraunhofer IMTE.

 

Nach Informatikstudium und Promotion in Lübeck sammelte Tobias Knopp Industrieerfahrung bei Bruker BioSpin und Thorlabs, wo er Software und Rekonstruktionsalgorithmen für die Magnetresonanztomographie, das Magnetic Particle Imaging (MPI) und die optische Kohärenztomographie entwickelte. 2014 folgte der erste Ruf auf ein eine W3-Brückenprofessur für Biomedizinische Bildgebung an der Technischen Universität Hamburg und dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE). Seine Arbeiten reichen von KI-gestützter Röntgendiagnostik und Magnetresonanztomographie bis zum ersten MPI-Scanner in menschlicher Größe für Anwendungen am Gehirn. Darüber hinaus engagiert er sich für quelloffene wissenschaftliche Software, insbesondere die Programmiersprache Julia.