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Onlineportale

FDA weist Gentestportal in die Schranken

Die US-Zulassungsbehörde FDA hat dem Onlineportal 23andMe untersagt, im Rahmen seines Online-Angebots weiterhin Gentests zur Prädiktion von Erkrankungsrisiken und Prädispositionen zu vermarkten. Die Entscheidung gilt als herber Rückschlag für die Quantified Self-Bewegung.

 

Das Portal 23andMe bietet seit Jahren Screening-Untersuchungen des nahezu kompletten Genoms an, zuletzt für weniger als 100 Dollar. Kunden registrieren sich und schicken eine Speichelprobe ein. Das Genom wird analysiert und steht den Kunden dann online für alle möglichen Auswertungen zur Verfügung. So sind beispielsweise Stammbaumanalysen möglich, aber auch eine individuelle Abschätzung von Erkrankungsrisiken sowie Stoffwechselanalysen im Zusammenhang mit Medikamentenverträglichkeit oder Ernährung.

 

Den medizinischen Teil des 23andMe-Angebots hat die FDA jetzt untersagt. Schon seit mehreren Jahren verhandelt die Behörde mit dem Anbieter. Jetzt ist ihr offensichtlich der Kragen geplatzt. Das Unternehmen habe trotz mehrfacher Aufforderung nicht genügend Daten geliefert, die belegten, dass diverse PR-Behauptungen von 23andMe tatsächlich der Wahrheit entsprächen, so die Behörde.

 

Das Ganze ist deswegen nicht uninteressant, weil 23andMe durchaus als einer der seriöseren Anbieter in diesem Bereich gilt. Auch in Deutschland bieten präventiv ausgerichtete Ärzte und Einrichtungen Selbstzahlern zunehmend prädiktive genetische Tests an, freilich ohne Online-Portal. Bisher ist dieser Sektor in Europa weitgehend unreguliert. Wenn das Vorgehen der FDA Schule macht, könnte es damit bald vorbei sein.