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Interview

Zugang zu allen Informationen – von jedem Gerät an jedem Ort im Krankenhaus

Der gezielte Einsatz von IT-Lösungen kann Gesundheitseinrichtungen dabei unterstützen, Prozesse zu vereinfachen, die Patientenversorgung zu optimieren und letztlich auch Kosten zu sparen. Das Potenzial der Softwarelösungen speziell im Bereich des Identity- und Access-Managements erläuterte Ralf Klein, Geschäftsführer Caradigm für Deutschland, Österreich und die Schweiz, im Gespräch mit E-HEALTH-COM.

 

 

Herr Klein, wo sehen Sie das größte Potenzial für eine Effizienzsteigerung im Krankenhaus?

 

Die IT ermöglicht den oben beschriebenen Zugang zu allen Informationen – von jedem Gerät an jedem Ort im Krankenhaus. Nicht nur aus Gründen des Datenschutzes und der Datensicherheit ist es dabei jedoch wichtig, einen gesicherten und schnellen Zugang zu den gewünschten Informationen zu gewährleisten.

 

Welche technologische Entwicklung muss dafür weiter vorangetrieben werden?

 

Im Klinikalltag werden Informationen heute schnell und ortsunabhängig benötigt. Das Problem ist jedoch, dass diese in verschiedenen Systemen vorgehalten werden und somit eine schnelle Verfügbarkeit nur eingeschränkt möglich ist. Um die Daten wirklich ohne Verzögerung zur Verfügung zu stellen, bedarf es einer zentralen Datenplattform und Workflow unterstützender Applikationen. Alle Daten müssen vollständig integriert sein, um einen reibungslosen Zugriff zu gewährleisten. Wir halten es für den besten Weg, bei dieser Datenintegration auf bewährte und etablierte Standards zu setzen. Informationssysteme müssen offen sein für HL7, DICOM oder IHE-Profile.


Wie rechnet sich eine gute Vernetzung für die Krankenhäuser?

 

Eine gute Vernetzung kann sich im Krankenhaus sowohl qualitativ als auch finanziell bemerkbar machen. Ein Beispiel: Bei der Visite greifen Ärzte und Pflegekräfte mit mobilen Endgeräten auf alle Informationen der Patientenakte zu und fügen direkt Diagnosen, Anordnungen und ähnliches hinzu. So ist ein zeitsparender, nahtloser Workflow gewährleistet. Dadurch kann letztlich auch die Versorgungsqualität steigen.
Unterstützt wird das Fachpersonal in seiner Arbeit durch den einfachen und schnellen Zugriff auf die Informationen, egal in welchem System die geführt werden. An diesem Punkt helfen Systeme wie Caradigm IAM die Produktivität der Mitarbeiter sowie die Qualität der medizinischen Betreuung zu verbessern.
Nicht zuletzt kann eine gute Patientenversorgung zur Verkürzung der Liegezeiten und somit zur Erlössteigerung beitragen, was sich finanziell positiv für jede Klinik auswirkt.

 

Wo geht die Entwicklung hin?

 

Im Grunde habe ich bereits einen Blick in die Zukunft geworfen. Die wesentlichen Aspekte sind der schnelle und ortsunabhängige Zugriff auf alle Informationen. Hier gehen heute bereits viele Gesundheitseinrichtungen ihren Weg und sind teils auch schon weit gekommen. Nichtsdestotrotz gilt es, die mobilen Prozesse weiter zu optimieren und mit geeigneten IT-Lösungen zu unterstützen.
Die Ärzte und Pflegekräfte werden auch künftig nicht mehr Zeit für ihre Arbeit haben, vielmehr werden sich die Abläufe weiter konzentrieren und die Belastung wird steigen. Für die Behandlung eines Patienten greifen die Fachkräfte auf Informationen aus verschiedenen IT-Systemen zu. Da ist es sehr hinderlich, wenn sie sich an jedem System separat anmelden und sich ihre Patienten immer wieder neu aufrufen müssen. Also gilt es, die Benutzerverwaltung zusammenzuführen und den Zugriff per Single-Sign-On zu gewährleisten. Letztlich geht es schlicht darum, durch den Einsatz intelligenter Software die medizinischen Kernprozesse zu unterstützen.

 

Welche Hindernisse gibt es auf diesem Weg?


Ich würde nicht von Hindernissen sprechen. Selbstverständlich gibt es aber Regularien, beispielsweise Datenschutzanforderungen, die unbedingt beachtet werden müssen. Daneben gibt es dann hauseigene Zwänge, etwa die Budgetsituation oder die strategische Ausrichtung der Krankenhaus-IT, die den Weg in die Zukunft mehr oder weniger maßgeblich mitbestimmen. Nicht zuletzt spielen aber auch die Anbieter von IT-Lösungen eine gewichtige Rolle, da sie die nötigen Werkzeuge liefern. Auf die Regularien haben Kliniken wenig Einfluss. Die internen Milestones setzen sie selber und können unter anderem durch einen effektiven IT-Einsatz zur Erlössicherung und -steigerung beitragen. Und auch auf die Entwicklungen der Anbieter können die Kunden, die sie dort ja sind, einwirken.


Wie kann eine sinnvolle Effizienzsteigerung umgesetzt werden, ohne dass dabei der Patient auf der Strecke bleibt?


Genau das muss jede Gesundheitseinrichtung gewährleisten – und sie kann es auch, wenn sie die zur Verfügung stehenden Werkzeuge, beispielsweise die IT, strategisch und geplant einsetzt. Der Laptop oder das iPad darf nicht zwischen Arzt und Patient stehen, wie häufig angemahnt wird. Die IT unterstützt das medizinische Personal um ihm die tägliche Arbeit mit den Patienten zu erleichtern. Sie unterstützt alle an der Behandlung Beteiligten dabei, diese noch besser zu organisieren und die Qualität zu steigern.

Vielen Dank für das Gespräch, Herr Klein.

Interview

mit Martin Klein, Geschäftsführer von Caradigm Deutschland

 

Guido Bötticher

Ralf Klein, 46, ist Geschäftsführer von Caradigm Deutschland, Österreich und der Schweiz, dem Anbieter von intelligenten Identity- und Access-Management- (IAM) sowie Datenplattform-Lösungen für den klinischen Bereich. Der Informatiker war von Anfang an federführend an der Entwicklung der Caradigm-IAM-Produkte beteiligt. Ralf Klein bringt mehr als 20 Jahre Führungserfahrung von Softwareentwicklungsteams im Medizinbereich mit und verfügt über profundes Know-how von IT-Systemen im Gesundheitswesen.