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Kardio-Monitoring

Neues vom Herzmonitoring: In der CRYSTAL-AF-Studie detektiert ein unter der Haut implantierter Ereignisrekorder Vorhofflimmern bei Schlaganfallpatienten.

 

Die CRYSTAL-AF-Studie war eine kontrollierte Studie mit 441 Patienten, die einen Schlaganfall unklarer Ursache erlitten hatten („kryptogener Schlaganfall“). Bei 221 dieser Patienten wurde unter der Haut ein Event-Rekorder eingesetzt (Reveal XT von Medtronic). Dieser Rekorder kann das Herz bis zu 3 Jahre lang kontinuierlich überwachen. Er zeichnet Episoden von Vorhofflimmern auf und kann Ärzten so bei der Entscheidung für oder gegen eine gerinnungshemmende Behandlung helfen.

 

Verglichen wurde die Monitoring-Gruppe mit einer Gruppe von 220 Patienten, bei denen die bei kryptogenem Schlaganfall obligate Suche nach Vorhofflimmern lokalen Standards folgte. Üblicherweise sind das mehrere 24-Stunden-EKGs. Primärer Endpunkt von CRYSTAL-AF war die Dokumentation von Vorhofflimmerepisoden, die länger als 30 Sekunden anhalten, in den ersten 6 Monaten nach Randomisierung.

 

Die Ergebnisse wurden Mitte April beim Kongress der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie in Mannheim vorgestellt. Bei Standardvorgehen wurde in den ersten 6 Monaten lediglich bei 1,4 Prozent der Patienten Vorhofflimmern entdeckt. Bei Einsatz des Event-Rekorders waren es 8,9 Prozent, also rund sechsmal so viele. Nach drei Jahren war der Unterschied mit 3 Prozent versus 30 Prozent noch größer.

Auf Basis der Diagnostik entschieden sich die Ärzte in fast allen Fällen für den Beginn einer gerinnungshemmenden Behandlung. Was die CRYSTAL-AF-Studie nicht beweist ist, dass durch eine auf Basis des Event-Rekorders angesetzte Therapie Schlaganfälle tatsächlich verhindert werden. Dafür wären längere und größere  Studien nötig.