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Intensivmedizin

Anästhesisten wollen OPS-Ziffer für die Teleintensivmedizin

Prof. Dr. med. Gernot Marx, Foto: Uniklinik RWTH Aachen


Vorbild Tele-Stroke: Die deutschen Anästhesisten wollen eine OPS-Ziffer für Teleintensivmedizin – um „den Stein ins Rollen zu bringen“, wie der neue DGTELEMED-Vorsitzende Gernot Marx betont.

 

Die Teleintensivmedizin habe einen „Schwiegermuttereffekt“, sagte der Anästhesist am Universitätsklinikum Aachen beim 7. Nationalen Telemedizinkongress in Berlin. Maßnahmen, die nachweislich das medizinische Outcome der intensivmedizinischen Patienten verbessern, würden konsequenter umgesetzt. Dabei gehe es nicht darum, Intensivmediziner zu ersetzen. Vielmehr bieten die Experten großer, oft universitärer Intensivstationen eine Art Coaching an, ähnlich wie eine zusätzliche Oberarztvisite.

 

Damit die Teleintensivmedizin breiter genutzt werden kann, hat die Deutsche Gesellschaft für Anästhesie und Intensivmedizin (DGAI) beim DIMDI den Antrag für eine OPS-Ziffer eingereicht. Für das Jahr 2017 steht die Entscheidung in Kürze an. Marx sagte in Berlin, er rechne nicht mit einem prompten Erfolg. Ziel sei vielmehr, mit dem Antrag den Stein ins Rollen zu bringen.

 

Analog zu der OPS-Ziffer für die Schlaganfall-Telemedizin haben auch die Anästhesisten für „ihre“ OPS-Ziffer einen umfangreichen Katalog an Strukturanforderungen definiert, der unter anderem Minimalvoraussetzungen für die Ausstattung sowohl der zentralen als auch der peripheren Intensivstationen nennt. Die OPS-Ziffer soll zudem an die Erfassung evidenzbasierter Qualitätsindikatoren gekoppelt werden, damit die Telemedizin nicht zur Rationierung auf Kosten der Patienten missbraucht wird.

 

Text: Philipp Grätzel von Grätz, Chefredakteur E-HEALTH-COM