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Digital Health

Abflug in Berlin

Der BMBF-geförderte Inkubator Flying Health hat abgehoben. Mit namhaften Partnern sollen Digital Health-Anwendungen entwickelt und in die Versorgung gebracht werden.

 

Flying Health wird geleitet von dem Kinderarzt und Start-up-Experten Markus Müschenich. Er hat eine Reihe finanzkräftiger Partner davon überzeugen können, sich zu engagieren, seit das Unternehmen vom BMBF den Zuschlag als eine von fünf längerfristig geförderten Industrie-in-Klinik-Plattformen bekommen hat. Zu den Partnern zählen Pfizer, der vfa, Audi, medatixx, die Barmer, die Signal Iduna, die Sana Kliniken und Agaplesion. Seitens der Start-ups geht man vorerst mit Patientus, m-sense, Affective Signals, Arya, Happymed, mySugr, Caterna und Onelife an den Start.

 

Bei seinem Inkubatorkonzept gehe es darum, einen Innovationsraum zu schaffen, in dem deutsche internetmedizinische Start-ups vorankommen können, so Müschenich. „Wir entwickeln hier die Schulmedizin von morgen. Deutschland ist eine gute Umgebung, um Start-ups groß und stark zu machen. Wir wollen verhindern, dass sie ins Ausland abwandern, weil sie im deutschen Gesundheitswesen keine Perspektiven sehen.“

 

Anlässlich des offiziellen Startschusses des Inkubators am Dienstagabend in Berlin betonte Bärbel Brumme-Bothe vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, dass Unternehmen aus Medizintechnik, Pharmaindustrie und Biotech-Branche die digitale Medizin als eines ihrer Wachstumsfelder betrachteten. Nicht zuletzt um den Standort Deutschland zu stärken, gelte es, Hürden abzubauen, die der Innovationsprozess für Medizinprodukte zwangsläufig mit sich bringe. „Start-ups passen mit ihren Produkten bisher oft nicht ins Raster der Regelversorgung. Umso wichtiger ist ein Dialog mit Kostenträgern und anderen relevanten Akteuren.“

 

Was die klinische Evaluation digitalmedizinischer Produkte angeht, ist das Unfallkrankenhaus Berlin ein zentraler Partner von Flying Health. Das Krankenhaus ist nicht nur einer der Vorreiter bei der digitalen Vernetzung im Nordosten Deutschlands, sondern verfügt auch über ein eigenes Zentrum für klinische Forschung, das Studien abwickeln kann, um Produktinnovationen zu testen.

 

Wie die Zusammenarbeit zwischen Partnern und Start-ups im Rahmen des Flying Health-Inkubators konkret aussehen kann, illustrierte Christiane Stark, Projektleiterin „Audi Fit Driver“ bei Audi. Sie betrachtet das Fahrzeug insbesondere mit Blick auf „pilotierte“ Fahrphasen, Stichwort selbstfahrendes Auto, als einen idealen Ort für das Gesundheitsmonitoring. Im Rahmen des Inkubators sollen unter anderem mit dem Start-up Patientus die Möglichkeiten einer Online-Sprechstunde im Auto und mit dem Start-up mySugr ein Hypoglykämie-Monitoring evaluiert werden.

 

Text: Philipp Grätzel von Grätz, Chefredakteur E-HEALTH-COM