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Medizin |

Ärzte-Stimmung sinkt: Belastende Faktoren nehmen wieder zu

Grafik: © Stiftung Gesundheit

Die wirtschaftliche Stimmung unter den niedergelassenen Ärzten hat sich verschlechtert. Im 3. Quartal sank sie um 8,0 Punkte auf einen Stimmungswert von -25,1. Damit ist der zuletzt beobachtete Aufwärtstrend gebrochen. „Im aktuellen Stimmungsbarometer hat sich die Einschätzung der derzeitigen Lage um 4,9 Punkte verringert, und die Erwartungen für die kommenden sechs Monate sind sogar um 10,5 Punkte gesunken“, berichtet Prof. Dr. Dr. Konrad Obermann, Forschungsleiter der Stiftung Gesundheit.

 

Rückgang in allen Fachgruppen

Die Befragungsergebnisse zeigen, dass die Stimmung in sämtlichen beobachteten Fachgruppen gesunken ist. Den stärksten Rückgang gab es bei den Hausärzten (-15,1 Punkte), die damit auf den letzten Platz abgerutscht sind. Bei den Zahnärzten sank die Stimmung um 5,2 Punkte, bei den Psychologischen Psychotherapeuten um 4,2 Punkte und bei den Fachärzten um 2,5 Punkte.

Negativfaktoren haben wieder zugenommen

Die belastenden Faktoren im ärztlichen Alltag sind laut der Umfrage angestiegen. Über 70 Prozent gaben an, dass sich politische Vorgaben und gesetzliche Regelungen negativ für ihre Arbeitssituation auswirken – im Vorquartal waren es fast zehn Prozentpunkte weniger. Die Digitalisierung empfinden ebenfalls mehr als zwei Drittel der Ärzte als störend (67,9 Prozent), die sonstige Praxis-Administration mehr als die Hälfte (54,6 Prozent). Insgesamt wurden fast alle Negativ-Faktoren häufiger genannt als im Vorquartal.

Die Ernüchterung

„Die Stimmung ist gekippt, weil der erwartete Reformschwung nach dem Regierungswechsel bislang ausgeblieben ist und finanzpolitische Zwänge die Agenda dominieren“, ordnet Obermann die Ergebnisse in seinem Kommentar ein. Die Folge sei, dass die Hoffnung auf Entlastung vielerorts Ernüchterung gewichen sei – besonders spürbar bei den Hausärzten. „Um den negativen Trend zu bremsen, braucht es jetzt verlässliche finanzielle Rahmenbedingungen, spürbaren Bürokratieabbau und eine praxistaugliche Digitalisierung, die den Versorgungsalltag tatsächlich erleichtert“, so Obermann weiter.

Quelle: Stiftung Gesundheit