E-HEALTH-COM ist das unabhängige Fachmagazin für Gesundheitstelematik, vernetzte Medizintechnik , Telemedizin und Health-IT für Deutschland, Österreich und die Schweiz.
Mehr

Für das ePaper anmelden

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden

Anmelden

Passwort vergessen?

Unternehmensnews |

Bloß nicht verurteilt werden: Warum jeder Vierte mit KI über Gefühle spricht

Neue Umfrage von OpenUp unter 1.510 Deutschen, veröffentlicht im Vorfeld des
Welttags der psychischen Gesundheit (10.10.)

Mehr als jeder Vierte (26,7 Prozent) spricht mit KI über Emotionen oder Gedanken;
42 Prozent von ihnen behalten das Gespräch danach für sich

Die häufigsten Gründe: KI ist sofort verfügbar, diskret, kostenlos, und man hat nicht
das Gefühl, jemanden mit den eigenen Sorgen zu belasten

KI hilft Menschen längst nicht mehr nur beim Recherchieren. Sie wird zunehmend auch zum Gesprächspartner für persönliche Themen. Laut einer neuen Umfrage der Mental-Wellbeing-Plattform OpenUp sprechen 26,7 Prozent der Berufstätigen in Deutschland mit der KI über Emotionen oder Gedanken. Frühere Erhebungen zählten vor allem, wie viele Menschen KI für diese Zwecke nutzen. OpenUp dagegen hat gefragt, warum sie das tun.


Warum Menschen mit einer Maschine über Gefühle sprechen

Unter denjenigen, die KI für Gespräche über Emotionen und Gedanken nutzen, nennen 54 Prozent die sofortige Verfügbarkeit als Grund. 42 Prozent haben zudem das Gefühl, mit den eigenen Sorgen sonst anderen zur Last zu fallen, und für 40 Prozent spielt es eine Rolle, dass die Nutzung nichts kostet. 8 Prozent überbrücken damit die Wartezeit auf einen Therapieplatz.


Auffällig ist, wie viel Zurückhaltung mitschwingt: Rund die Hälfte derjenigen, die mit KI über Gefühle sprechen, nennt Gründe, die mit Diskretion und der Sorge vor dem Urteil anderer zu tun haben. 31 Prozent wollen nicht, dass jemand von dem Gespräch erfährt; 21 Prozent haben Angst, verurteilt zu werden. Für viele ist die KI offenbar auch ein Weg, über Dinge zu sprechen, die ihnen vor anderen Menschen unangenehm wären.


Nach dem KI-Gespräch bleibt es oft still
Bemerkenswert ist außerdem, was nach dem Gespräch mit der KI passiert: 42 Prozent sprachen danach mit niemandem mehr darüber, nur 6 Prozent mit einer Fachperson. Gleichzeitig zeigt die Befragung, dass menschlicher Kontakt durchaus vermisst wird: Unter denjenigen, die sich rückblickend einen Menschen als Gesprächspartner gewünscht hätten, nennen 31 Prozent Freund*innen und 22 Prozent die eigene Familie.


„Wie Menschen KI für ihre Gefühle nutzen, ist so vielfältig wie die Menschen selbst und an sich weder gut noch schlecht. Wer mit einer ernsthaften Belastung kämpft, braucht aber zusätzlich professionelle Unterstützung“, sagt Nina Meyer-Blankenburg, Head of Experts bei OpenUp und lizenzierte kognitive Verhaltenstherapeutin. „Die Daten zeigen vor allem: Der Bedarf, über Gefühle zu sprechen, ist riesig. Echtes Mitgefühl von Mensch zu Mensch ist aber durch keine KI zu ersetzen.”



Über die Umfrage

Für die Untersuchung befragte OpenUp zwischen dem 26. August und dem 5. September 2026 insgesamt 1.510 Berufstätige in Deutschland, angestellt oder selbstständig, quotiert nach Alter, Geschlecht und Region. Die Feldarbeit übernahm die Institute Northsea und Prime Insights. Der Fragebogen wurde aus der niederländischen Erhebung vom Mai 2026 (n = 1.575) adaptiert.


Über die Expertin
Nina Meyer-Blankenburg ist Head of Experts bei OpenUp und verantwortet ein Netzwerk aus über 200 Expert*innen. Die kognitive Verhaltenstherapeutin mit Diplom in Psychologie (Freie Universität Berlin) leitete zuvor bei der Polizei Berlin die Koordinierungsstelle für psychosoziale Notfallversorgung.


Über OpenUp
OpenUp unterstützt Mitarbeitende mit direktem, präventivem Zugang zu psychologischer Begleitung, Gesundheitsberatung und weiteren Angeboten – ohne Wartezeiten, anonym und in 45 Sprachen. Mehr als 2.000 Organisationen und 600.000 Mitarbeitende und deren Angehörige nutzen die Plattform. In Deutschland zählen u. a. STRABAG, Statista und Decathlon zu den Kunden.

Mehr Informationen auf openup.com.